Der mit den Tomaten (groß und klein)

Montag, 04.05., 18:51 Uhr Xi’an-Zeit

Hallo,

hier grüßt euch endlich mal wieder eine treulose Tomaten-Pony. Tut mir leid, dass ich mich so selten melde, hier und manchmal auch sonst.
Aber nun isses mal wieder Zeit für ein Lebenszeichen und deshalb hab ich mich aufgerappelt. : )

Der Sommer hat Einzug gehalten in dieser staubigen, vollen, immer am Bauen-seienden Stadt – noch 27 Grad, vermeldet mein Computer. Kurze Hosen sind also angesagt und gestern schwitzen auf dem Weg zum kleinen Berggipfel und Fußabkühlung in einem kleinen Bach mit ungefähr einer Million anderer Chinesen. Sylvia war ja hier, von Donnerstag bis gestern. War toll toll toll und wie in alten Zeiten. Donnerstag waren wir zusammen Mittag essen und dann musste ich in die Grundschule und sie hat geschlafen. War ja irgendwie 15 Stunden oder so mit dem Zug unterwegs, die Arme. Nach der Xi Gong Da waren wir zusammen essen [bei der Schwangeren, die wohl heute nun endlich das Baby bekommt, Mama und Papa] und dann hatte ich wieder ein bisschen Unterricht und dann ging es auf zur Party. hehe. Mit Liu Kang und eigentlich noch seinem Freund September, aber der konnte dann doch nicht (ich kannte ihn schon von einem Essen, was wir mit Liu Kang und einer Freundin von den beiden neulich gekocht haben). Waren zuerst in der Barstraße und haben was Kleines getrunken und Karten gespielt und so und dann sind wir noch ins „Salsa“ zum Tanzen. Techno scheint doch irgendwie meine Musik, manchmal. haha. War sehr nett und lustig, auch wenn Herr Liu sich gegen Tanzen wehrte. Ich weiß nicht, wann wir zuhause waren, aber irgendwann zwischen 3 und 4. Alles wie in alten Zeiten. ; ) Freitag fuhren wir zum Tibetischen Tempel und aßen Mittag beim Jiaozi-König in der Moslemstraße. Maria kam auch wieder von ihrem Urlaub, so dass wir mit ihr zusammen abends im Holzrestaurant gegessen haben – sehr lecker, wie immer. Und schön, wieder mal zu dritt unterwegs zu sein. Samstag waren wir ein bisschen shoppen und dann nachmittags in der Stadt aber da war es viiiiiiel zu voll. Sosososo viele Menschen, verrückter Verkehr und so, wegen dem 1. Mai und dem U-Bahn-Bau. Kaum zum Aushalten eigentlich. Abends haben wir mit Sylvias und Marias wu shu-Freunden gegessen, was sehr lustig war und dann waren wir noch ein bisschen in einer Bar mit einer ziemlich schlechten und sehr unmotivierten Band. Und danach wieder Suche nach einem Taxi. Dieses Wochenende hätte man echt zuhause bleiben sollen! Waren nicht so spät zurück, weil es am nächsten Tag mit Liu Kang, September und den wu shu-Leuten, die den Plan irgendwie übernommen und verändert haben, ins Grüne gehen sollte. Also treffen um 8 (einige mit Verspätung, wie das immer so ist) und dann per Bus raus aus Xi’an, ca. 1 Stunde oder so. Zum Glück mit Sitzplatz – und genug Platz für alle, bis wir so eine Kontrollstelle passiert hatten, wo die Ticket-Frau irgendeinen Zettel vorlegen musste und kontrolliert wurde, dass niemand in dem kleinen Bus stand oder so. Danach wurde der Bus natürlich so voll gepackt wie nur möglich. Manche Sachen sind hier wirklich nur zum Kopfschütteln!
Der Berg war nett und zum Glück nicht so hoch. Kondition ist echt nicht meine Stärke. Und natürlich Treppen über Treppen, obwohl die wu shu-Leute eigentlich etwas anderes behauptet hatten… Oben gab es einen Tempel, der auch schön war und dann ging es wieder nach unten. Wollten zu dem Fluss/Bach, den wir vorher schon gesehen hatten. September und Liu Kang hatten Hunger, die anderen Jungs stimmten ihrer Mittagspause widerwillig zu und hatten es irgendwie supereilig. Nach dem schnellen Essen der beiden dann weiter Richtung Fluss, aber auf einer Brücke plötzlich Stopp. Die wu shu-Herren machten irgendwelche Pläne, ohne zu fragen oder Bescheid zu sagen. Sie wollen nun essen und dazu mussten wir mit so einem komischen Gerät fahren. Zu zehnt anstatt zu sechst oder so, wie die Zulassung sicher nur vorschreibt… Warum sie nicht 10 Minuten früher gesagt haben, dass wir gleich essen, ist mir ein Rätsel und ich vermisste Toleranz-Bonbons. Also zu einem komischen Restaurant mit dem Transportmittel… Wir Mädels hatten keinen großen Hunger, aber gut. Liu Kang und September wollten nichts essen. Also wurde irgendwie Buffet bestellt, aber bis das fertig war, war man sehr Chinesisch. Fernsehen und Mahjong spielen gleichzeitig. Und ich ratlos über so komische Pläne und ein bisschen genervt (weil so der Plan nicht aussah, die wu shu-Leute haben alles an sich gerissen und ich war ein bisschen unsicher, was Liu Kang und September wohl denken). Nach dem Essen wollten die wu shu-Leuten sich dann ausruhen und da ist mir dann doch fast der Kragen geplatzt… Bin mit Maria, Sylvia und „meinen“ Jungs zurück zum Fluss, während die da Bier tranken und Mahjong spielten oder so. Fluss war total überlaufen und kostete tatsächlich auch noch Eintritt, aber nachdem wir (über Stock und Stein und durchs Wasser) dann eine gute Stelle gefunden hatten, war es sehr nett, entspannt und lustig. Tomaten [da sind sie wieder]- und Gummibären-Zielwurf, unbeabsichtigt ins Wasser fallende Steine, so dass es ordentlich spritzt und eine kurze Sangeseinlage von Liu Kang … Wetter war toll, vielleicht ein bisschen zu sonnig bei uns, aber wir hatten ja Abkühlung von unten… Die wu shu-Jungs kamen später und irgendwann gegen halb 5 oder so machten wir uns auf den Rückweg. Alle ziemlich k.o. und so, aber es war doch ein schöner Tag.
Abends dann noch essen mit Maria, Judith, Sylvia und Liu Kang in der kleinen Straße und dann mussten wir uns auch schon wieder von Sylvietta verabschieden. Aber es war sehr sehr schön! Und demnächst will ich hinfahren. Vielleicht Ende Mai/ Anfang Juni.

Was gibt es sonst noch? Schule ist wie eh und je… Ich mach meinen Unterricht, aber sonst ist dort nicht viel Zusammenhalt oder so zu spüren. Haben zwei Neue, heute Abend gehen wir wohl alle zusammen essen. Hatte jedenfalls alle eingeladen, malsehen. Der Chef ist insgesamt 5 Wochen unterwegs, zwischendurch kommen und gehen Angestellte, aber der lebt in einer Traumwelt oder so. Magazine, Schulen in ganz China, Ausrichter einer Konferenz und so weiter und so fort. Statt sich mal um ausreichend Studenten und ein gutes Arbeitsklima zu kümmern… Neulich machte er auch mal nen halben Versuch, mich nach einer Verlängerung meines Vertrages zu fragen, glaub ich, aber der Versuch war so was von schlecht und wie alles andere von ihm nicht wirklich ernst gemeint und für mich steht ja eh schon länger fest, dass ich auf keinen Fall nach Vertragsende an dieser Schule bleiben kann, falls ich nicht irgendwann durchdrehen will oder so.
Riga (Lettland) und Pamplona (Spanien) stehen in der engeren Wahl, was das nächste Abenteuer angeht – was sagt ihr dazu?

Mein Online-Kurs läuft noch, weiß aber noch nicht, wie ich alle meine Unterrichte unterkriegen soll, weil ich noch Englisch-Beginner brauche und mein Tutor (=Obermacker) am 24. Mai oder so geht… Aber ist auf jeden Fall interessant und hilfreich.
Sonst gibt es nicht so viel Neues eigentlich, glaub ich. Ihr seid erstmal wieder auf dem neuesten Stand… Also bis bald!!

Eure Pony

PS: Ein Fazit des Urlaubs mit Mama und Papa soll es auch noch geben…

Veröffentlicht in: on Mai 4, 2009 at 6:04 Kommentare (1)

Die URI zum TrackBack dieses Beitrags lautet: http://ponyhuetcheninchina.wordpress.com/2009/05/04/der-mit-den-tomaten-gros-und-klein/trackback/

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Ein Kommentar Leave a comment.

  1. Hi, liebes Julchen!

    So zwischen den Zeilen muss ich erfahren, dass dich so ganz und gar nix in unserem schönen Deutschland hält? Nun gut, ich freu mich schon auf deinen Besuch im Juli in unserem neuen Haus, da kannst du ja ausführlich erzählen… Genieß, wenn du kannst, den Rest der Zeit. Und schreib mal, wie erfolgreich deine Studenten beim Examen waren.
    Bleib fröhlich- wünscht sich
    deine Auntie K


Leave a Comment