Donnerstag, 19.02., 22:45 Uhr Xi’an-Zeit
Hallo, Ihr Lieben,
lang lang ist’s her, ich weiß, ich weiß. Aber nun wollte ich das Bloggen mal wieder einschieben, weil mein Lieblingsonkel morgen oder übermorgen zu meiner Oma fährt und dann so gleich viele auf einen Schlag über die neuesten Vorkommnisse informiert sind. Soooo viel gibt es nicht zu berichten, aber ich schulde euch ja zumindest noch den Bericht von meinem Urlaub. Die Bilder habt ihr vielleicht schon gesehen?
Kurz gesagt: Es war wirklich schön. Und sehr erholsam eigentlich. Hanoi ist eine tolle Stadt. Bis zum Ende hatte ich keine richtige Orientierung, obwohl das eigentlich sonst nicht so mein Problem ist, aber dort war es auch kein großes Problem, weil ich einfach immerimmerzu die Straßen hätte hoch- und runterwandern und die Häuser angucken können. Aber von vorne… Der Flug Sonntag, 25.01., war okay und ich kam pünktlich in Hanoi an, nach umsteigen in Guangzhou im Süden Chinas, wo ich so viele Schwarze auf dem Flughafen gesehen habe wie seit New York nicht mehr. Die meisten flogen wohl nach Addis Abeba oder wie auch immer man das schreibt. Muss gleich mal noch gucken, wo das wohl ist, ich hab nämlich keinen blassen Schimmer. Und das mit Geografie-Lehrern in der Familie… ich kann es meine Oma fast sagen hören. … Ah, in Äthiopien. Na dann macht es Sinn. Da wär ich allerdings im Leben nie drauf gekommen…
In Hanoi hatte ich vom Flughafen-abhol-Service bestellt, weil ich einige merkwürdige Sachen gelesen habe über Taxifahrer, die den Touristen erzählen, sie wüssten nicht, wo das gebuchte Hotel ist, sie würden aber ein gutes kennen, oder das Hotel wäre ausgebucht und so. Außerdem war es spät und ich wollte alles möglichst stressfrei machen. Fuhr dann mit zwei Kanadiern und dem pick-up-Mann in die Stadt, vorbei an Motorrad/Mofa über Motorrad/Mofa… oder sie an uns. Manchmal drei Erwachsene und ein Kind auf dem Ding und so. Ich war schon gespannt, wie es wohl werden würde. Am Hotel angekommen stellte sich heraus, dass die alle in die Stadt gefahren waren, weil es zum neuen Jahr ein Feuerwerk geben sollte. Ich könne doch auch noch hin. Aber ich war k.o. und mit einem Blick auf die verwinkelten Straßen auf meiner Karte und mit Gedanken an die Menschenmassen habe ich es dann doch gelassen und das Feuerwerk nur gehört. Mein Zimmer war okay, zwei Betten, ein Bad, Fernseher und ein Fenster-ähnliches Dingsbums. 12 $. Ja Dollar… das verfolgte mich auch den Rest der Zeit. Im Gegensatz zu hier gibt es in Hanoi nämlich viiiiiele Touristen, man findet daher die Preise oft in Dollar. Ich hatte natürlich keine und hatte auch keine Vorstellung, wie der Kurs Yuan zu Dollar oder Vietnamesische Dong zu Dollar ist. Ich wusste allerdings, dass 4 Yuan (=0,47€) 10.000 Dong sind und irgendwie hatte ich bis zum Ende Probleme mit dem Geld und der Umrechnung… So große Zahlen, da ist es schwer, zu verstehen, dass der Wert sehr niedrig ist. Jedenfalls für eine Frau Hütchen.
Meine Zeit in Hanoi verbrachte ich aber außer mit verlaufen und umrechnen auch mit vielen anderen Dingen. Zum Beispiel mit der Freude darüber, dass niemand rotzt oder eklig irgendwie hochzieht und dass niemand mich angestarrt hat oder zu sich selber gesagt hat, dass ich ein Ausländer bin. Und mit Spazierengehen und Fotografieren. War bei Ho Chi Minh, konnte ihn allerdings auch nach dem 2. Anlauf nicht sehen in seinem Mausoleum. Ich wär ja fast nicht noch ein zweites Mal gegangen, aber dann hat meine Mama folgende E-Mail geschrieben:
„ist schon lustig was man heute so erleben kann deine mutter hat den einbalsamierten lenin gesehen und du siehst vielleicht dessen freund und nachfahren ho-chi-minh, der war zu unserer kinder und schulzeit eine sehr berühmte persönlichkeit und wurde auch von allen hier, sogar bummi geliebt…“
und dann musste ich doch noch mal hin [wenn sogar Bummi den geliebt hat!]. Beim ersten Mal hab ich mir dafür das Ho Chi Minh-Museum angeguckt [sehr merkwürdig] und beim zweiten Mal sein Haus auf Stelzen und seine Autos. Auch interessant! Außerdem bin ich einfach rumgelaufen, habe mir ein typisches altes Haus angeguckt, bin mit so einer Fahrrad-Rischka oder so gefahren, bin mindestens 4 Mal um den kleinen See gelaufen, der mitten in der Stadt ist, habe lecker gegessen und getrunken und mich insgesamt gut erholt. Manchmal hab ich gedacht, dass es sicher ein bisschen netter gewesen wäre, wenn ich nicht allein unterwegs gewesen wäre, weil ich oft schon um halb 8 oder so wieder im Hotel war, aber andererseits konnte ich einfach machen, was ich wollte. Am Mittwoch/Donnerstag war ich in der Ha Long Bay. Darauf hatte ich mich schon sehr gefreut. Fahrt mit dem Auto zum Meer, zu einer Bucht, dort auf ein sehr cooles Schiff und dann bis zum nächsten Mittag damit rumschippern. So war es auch in der Tat und es war sehr nett, aber leider war das Wetter eher bescheiden. Ziemlich grau und verhangen, aber na ja. Die Reisegruppe, die mit mir das Schiff teilte, war sehr nett, die Kabine teilte ich mit einem Mädel aus HongKong, die in Kanada lebte und jetzt in Tokio arbeitet. War auch nett. Wir waren in einer Tropfsteinhöhle und Kayaken… Unser Kayak war aber kaputt – wollte immer in die entgegengesetzte Richtung. Trotzdem haben wir auf einer der vielen Klippen, für die die Bucht berühmt ist, Affen gesehen. Abends haben wir „Highschool Musical 3“ geguckt – 4 jüngere Mädels waren mit ihren Eltern auch an Bord. Danach noch Karten gespielt und dann ins Bett. Das Essen war auch immer gut und abgesehen von der Rumwarterei am nächsten Morgen auf irgendwelche Leute, die wir ein Stück mitnahmen, war das auch alles echt gut. Hatte also ne gute Wahl getroffen, im Internet konnte man nämlich auch einige halbe Schauergeschichten lesen von Anbietern solcher Bootstouren (davon wimmelt es nur so in Hanoi).
Das einzige Mal richtig gutes Wetter war am Freitag, da ging ich irgendwann zurück zum Hotel und zog immerhin Flip Flops an, wenn es schon für die mitgebrachte kurze Hose nicht gereicht hat. Der Rückflug war lang, weil ich ewig und drei Tage Aufenthalt in Guangzhou hatte, aber um Mitternacht war ich dann wieder hier, am Samstag bzw. fast Sonntag, 31.01.
Ein schöner, erholsamer Urlaub, und ich kann mir vorstellen, noch einmal nach Hanoi und Vietnam zu fahren.
Hier war ich dann aber relativ schnell wieder im Alltag angekommen. Arbeite nun schon die dritte Woche, glaub ich, mit 30 Stunden Unterricht [Vorbereitung ist da noch nicht enthalten] und bin daher oft k.o. Chaos an der Schule ist nach wie vor vorhanden. Am Montag fährt der Chef wohl weg für 2 Wochen, aber offiziell weiß noch niemand was davon! Unmöglich eigentlich. Vor allem, weil wir grad wieder eine Teacher Trainerin hier haben aus Deutschland, weil ein neuer Lehrer kommt, weil ich mit dem TestDaF-Kurs anfange und dann einfach kein Ansprechpartner da ist. Bin gespannt, ob er sich morgen mal noch dazu äußert. Mit unserem Chinesisch-Unterricht gibt es auch fast nur Chaos und alles ist ein bisschen bäh! Aber meine Studenten sind sehr nett. Immerhin. Die meisten davon haben dann auch bei mir den TestDaF-Vorbereitungskurs, in dessen Werbung ich ja als Expertin angepriesen wurde. Davon bin ich aber weit entfernt und nun hab ich Schiss, dass das alles nicht gut läuft. Ich mein, eigentlich liegt es an mir, die alle durch den Test zu kriegen…
Außer-unterrichtlich passiert nicht so viel. Sylvia ist weg, seit einer Woche und einem Tag schon. Waren vorher noch mal unterwegs, ordentlich mit Alkohol, tanzen, Tränen und Geständnissen. Aber war schön. Nun vermiss ich sie, aber vielleicht kann ich sie mal in Nanjing besuchen.
Außerdem lern ich wieder Chinesisch bei den Teacher Trainern, wie schon mal im Sommer und seit letztem Samstag mache ich nebenbei noch einen Online-Kurs, um mich ein bisschen besser zu qualifizieren. Und nebenbei müsste ich eigentlich auch langsam mal über meine Zukunft nachdenken. Das wird wohl schon noch mal was mit Deutsch-Unterricht zu tun haben, aber wo??? Ideen und Vorschläge gern an mich.
Und jetzt muss ich ins Bett. Aber ihr wisst erstmal wieder Bescheid. Liebe Grüße und bis bald!
Eure Pony Hütchen
!Hola Julchen!
An Onkel Ho erinnere ich mich auch noch gut. Im Pionierensemble Prerow lernten wir außerdem für eins der jährlichen Programme sogar das Lied vom kleinen Büffelchen, welches fleißig beim Reisanbau mithalf. Zu meinem Glück wurde eine Pioniertänzerin krank, so durfte ich an ihrer Stelle beim Tanz der Reispflanzerinnen mittanzen und dieses traumhafte vietnamesische Kostüm anhaben. Ich kannte ja jeden Schritt der Choreografie auswendig, weil ich bei den Proben immer die Musik vor- und zurückspulen musste…Ich war stolz wie sonst was, einmal Tänzerin sein zu dürfen. Ich beneide dich sehr, dass du den Reis und die Büffel und die anmutigen Reispflanzerinnen in echt sehen konntest. Aber ganz ernsthaft: Vietnam steht ganz oben auf der Wunschliste. Danke für deinen Bericht! LG Tante Kerstin
howdy ho,
das spannendste lässt du wieder offen –> was denn für geständnisse??
hab dich lieb!
Da gibts doch gar nichts drüber nachzudenken. Mamn kann auch in Deutschland deutsch unterrichten. Also wirklich, du warst jetzt lang genug weg. Nicht das ich mir noch sorgen machen muss, dass du zu unserem großen Tag irgendwo in Flip Flops durch CHina rennst…