Der mit den zwei W’s: Western Day und Witz

Dienstag, 21.10., 13:45Uhr Xi’an-Zeit

 

Nimen hao!

 

Ich will mich mal wieder bei euch melden, und weil es grad ein bisschen Luft gibt (quasi zum Atmen, hatte die letzten zwei Wochen doch ziemlich viel Arbeit und auch wenn es schon ein bisschen weniger geworden ist, kann ich mich über Langeweile doch nicht beklagen…)

Also, so oder so… ein Blog für euch, während ich gerade einen Spritzgebäck-Keks genieße. Diese runden Kekse mit Loch drin, ihr wisst schon, was ich meine… Gestern war nämlich unser „Western Day“, an dem wir in der Metro waren und so einiges an Geld ausgegeben haben (außer Käse, ne Art Cornflakes und besagter Kekse sind für mich aber keine speziell westlichen Produkte im Einkaufskorb gewesen). Dank der Metro liegt aber nun auch grad eine Wärmflasche bei mir auf’m Schoß, die zwar nie im Leben so schön ist wie meine von Mama, aber sie macht doch ihren Job ganz gut. Außerdem konnte ich mir gestern endlich eine Waage kaufen. Danach war ich ja eh schon länger auf der Suche, um zu sehen, was der ganze Reis nach meiner Atkins-Zeit angerichtet hat. Aber wie es aussieht – nichts! Juhu. Außerdem brauch ich die Waage ja auch, um meine Erfolge im Sport zu überprüfen [Sport findet nun aber scheinbar tatsächlich ohne Seven statt, er war wohl nur Köder]. Sport kam letzte Woche ein bisschen kurz. Letzten Montag ging ich hin, in der Annahme, dass es eine Pilates-Klasse geben würde, aber dem war nicht so. Belly Dance war angesagt.

Ich betonte 3x, dass ich das doch gar nicht könne, aber die Trainerin, die halt auch Pilates macht, gab mir zu verstehen, ich solle es doch mal versuchen:

„[…hier viiiele Chinesische Wörter einsetzen…] TRY […hier Chinesische Wörter einsetzen…]“

Also gut, dachte ich… Aber das lass ich dann vielleicht doch einfach bleiben. Wenn man sich nicht so fühlt, kann man auch nicht sexy mit dem Bauch hin- und herkreisen und dann vielleicht noch die Hände elegant über dem Kopf rumwurschteln oder die Hüften links und rechts rausschießen lassen… Aber gut, ich habe es versucht. :) Die Trainerin meinte hinterher:

„[…hier Chinesische Wörter einsetzen…] FEELING [… Chinesische Wörter einsetzen…]“

Bleibt nur die Frage: Hab ich Feeling? Oder doch nicht? Oder braucht man es, so ganz allgemein? Hm?!

Gestern war ich wieder, aber nur auf’m Laufband und so’nem anderen Teil, aber es macht schon Spaß.

 

Damit das mit dem Bauchtanz bald besser klappt, war ich letzten Freitag wieder beim Frisör. Vor zwei Wochen war ich ja schon mal, mit der Hilfe der einen von der Arbeit hat es auch super geklappt. Sie haben ein bisschen was abgeschnippelt und so eine Wunder-Zauber-Paste in meinen Pony getan, damit er nun immer glatt bleibt. Und das tut er auch tatsächlich. Nun war ich Freitag, um noch mehr der magischen Paste zu bekommen, für den Rest meiner Haare. Die sind auch nach 2x waschen immer noch aalglatt und ich bin begeistert. Und wer mich kennt, weiß, dass das mit mir und den Haaren gar nicht so einfach ist… wa, Kati?! Ist auch immer sehr nett beim Frisör. Erstens gibt es da SCHÖN was zu gucken – wenn ihr versteht was ich meine – und zweitens ist das nett, wenn sich so lange jemand um einen kümmert und man nicht an die Arbeit oder ähnliches denken muss. Mit der Kommunikation isses immer ein bisschen schwierig, aber wenn es Not täte, würde ich bald wieder hingehen. hihi.
Die Wundermittel-Anwendung dauerte jedenfalls ungelogen von ca. 2 Uhr bis kurz vor 6. Paste rein, mit Wärme einwirken lassen, öfter mal kontrollieren lassen. Auswaschen, fönen, mit Glätteisen glätten [das arme Mädel, dass das machen musste… dauerte ewig], Kur-Mittel rein, wirken lassen, waschen, fönen und bei Bedarf an manchen Stellen noch mal glätten. Das war ein Erlebnis. ;)

 

Was gibt es sonst so zu berichten?

  • Wie immer Stress und Sorgen auf der Arbeit, aber der Chef ist nun erstmal 3 Wochen in Deutschland…
  • chinesische Jungs und Männer tragen ihren Frauen die Handtaschen
  • Frauen scheinen hier grundsätzlich eher zickig zu sein, so in Beziehungen, scheint mir (aber das ist nur meine Meinung aus der Beobachter-Position)
  • wir haben einen neuen süüüüßen Hund in der Schule, ein Baby-Hund
  • der vorher war oll, alt, hatte eine ekliges Auge, schnaufte immer, weil seine Nase so eingedrückt war und war auf einmal verschwunden und tauchte trotz Suchplakaten nicht wieder auf
  • wurde neulich von einer Studentin und ihrem Freund zum Essen eingeladen… aber wie es mir hinterher dämmerte, eventuell nur, um mir einen Arzt vorzustellen, der scheinbar Wunder vollbringen kann, wenn es ums Abnehmen geht… aber ich solle doch bitte nicht böse sein, dass sie mir das vorschlagen und mir empfehlen, es doch mal auszuprobieren… schon ein bisschen dreist, oder?

 

Gut, ich glaube, das war es jetzt erstmal. Muss noch ein bisschen Unterricht für später vorbereiten und für morgen und dann vielleicht noch Chinesisch lernen oder Fitness. Malsehen.

 

Ah, aber noch eins: ein Witz, den mir meine Tante neulich in einem Brief (!!! macht es so wie sie!! also, mit dem Brief, meine ich. Witz muss nicht, kann aber) geschickt hat:

 

Zwei Zahnstocher gehen im Wald spazieren. Da läuft ihnen ein Igel über den Weg. Sagt der eine Zahnstocher: „Du, ich wusste gar nicht, dass hier auch Busse fahren.“

 

Also, ich hab schallend gelacht, mitten im Lehrerzimmer.

In diesem Sinne…

 

Bis bald. Eure Pony Hütchen

Veröffentlicht in: on Oktober 21, 2008 at 5:22 Kommentare (4)

Der mit ohne Seven

Mittwoch, 08.10., 10:50Uhr Xi’an-Zeit

 

Nimen hao!

 

Nun war gestern der „große“ Tag gekommen, um 17:30 Uhr sollte ich wieder zu den Geräten gehen und nach Seven fragen. Gesehen hab ich ihn auch, aber dann war leider auf einmal doch Sunny für mich zuständig… englische Namen haben die hier manchmal… zum Totlachen. Nun ja, Sunny kann ein bisschen mehr Englisch und ist halt ein Mädchen und das ist wohl einfach besser [in den schmalen Augen der Chinesen zumindest wohl].

Vor Seven hätte ich mich dann doch auch bloß blamiert. Mein Outfit war der Situation zwar gut angepasst, mein Körper aber nicht so. ;) Das hab ich gemerkt, als ich im Pilates-Kurs war, den ich zum größten Teil zuguckend verbracht habe. Ich hab nämlich keine Bauchmuskeln und das meiste andere tat auch weh. Also hab ich geschummelt.

 

Trotzdem bin ich nun seit gestern Mitglied im Fitness-Studio. Für 6 Monate. Mit oder ohne Seven.

 

Bis bald. Eure Pony Hütchen

 

 

PS: Nackige Chinesinnen hab ich nun eigentlich schon genug für die nächsten paar Monate gesehen, aber das bleibt im Umkleideraum wohl auch nicht aus.

 

 

Veröffentlicht in: on Oktober 8, 2008 at 6:55 Kommentare (1)

Der mit Pony Hütchen und Seven

Montag, 06.10., 11:30Uhr Xi’an-Zeit

 

Nimen hao!

 

Ein lustiges Wochenend-Erlebnis:

 

Was genau es damit auf sich hat, werde ich dann mal in einem anderen Blog berichten, wenn ihr es nicht schon erratet…

 

Eine Konversation eigentlich auf Englisch…

 

Pony Hütchen: Kann ich mir alles mal angucken?

Seven (ja… so stellte er sich mir vor, mit seinem englischen Namen): Ja.

[wir gucken uns alles ein bisschen an]

Pony Hütchen: Kann ich diese Geräte auch benutzen, wenn ich eine Mitgliedskarte habe?

Seven: [guckt ratlos] Mitgliedskarte?

Pony Hütchen: [langsamer] Kann ich diese Geräte [zeigt auf die Geräte] auch benutzen, wenn ich eine Mitgliedskarte [macht eine viereckige Form mit den Fingern] habe? Oder kann ich nur Kurse machen?

Seven: Wie heißt du?

Pony Hütchen: [lacht sich fast tot über den spontanen Themenwechsel] Juliane.

Seven: Juliane.

Pony Hütchen: Und wie ist dein chinesischer Name?

Seven: Sieben blabla.

Pony Hütchen: [macht einen erneuten Versuch, inklusive Gesten und angepasstem Sprechtempo]: Kann ich die Geräte benutzen?

Seven: Wie alt bist du?

 

Da war es dann fast vorbei mit meiner Ernsthaftigkeit… Könnt ihr euch vorstellen. Nun weiß ich nicht, wie es mit den Geräten ist, aber Seven und ich haben uns mal ein bisschen kennengelernt. Haha!

 

Bald mehr. Liebe Grüße!

 

Eure Pony Hütchen

Veröffentlicht in: on Oktober 6, 2008 at 10:08 Kommentare (3)

Der mit dem zweiten Teil des September-Urlaubs

Samstag, 04.10., 20:30Uhr Xi’an-Zeit

 

ni hao, ihr Lieben!

 

So, nun wird es endlich mal Zeit für den zweiten Teil meines Urlaubsberichtes, denn gerade liegt schon der zweite Urlaub hinter mir. Hatte Mittwoch, Donnerstag, Freitag frei, weil hier Nationalfeiertag war. Bin aber zuhause geblieben. Davon aber vielleicht später mehr, jetzt erst der andere Urlaub:

 

01. September 2008     LUOMEN à LANZHOU à LINXIA

  • 6:15 Uhr war aufstehen angesagt, nach einer sehr angenehmen Nacht
  • 7:15 Uhr fuhren wir mit einem kleinen Bus und mal wieder selbstgemachten Gurken-„Sandwiches“ aus Luomen ab à die Fahrt war wieder sehr interessant, tolle Gegenden, aber auch viele Holperstraßen, bei denen wir nie sicher waren, ob das nun Abkürzungen oder die tatsächlichen Straßen waren à wie so oft stoppt der Bus auf Zuruf oder Winken
  • ca. 11:30 Uhr Ankunft in Lanzhou à die Stadt war nicht so schmutzig etc. wie wir wegen verschiedener Erzählungen erwartet haben
  • sind vom Busbahnhof direkt zum Bahnhof gegangen, weil wir für Sonntag ein Zugticket zurück nach Xi’an kaufen wollen à beim 2. Anlauf verstehen wir dann endlich, dass wir das Ticket erst am 3.09. kaufen können, weil es jetzt noch zu früh sei à was für ein dooooooooofes System!!
  • suchen dann ein Restaurant, weil wir alle mal die Toilette benutzen wollen, aber wir essen dann dort auch gleich leckeres Mittag, bevor es mit dem Taxi zu einem anderen Busbahnhof geht à der Taxifahrer scheint altersgerechte Musik auswählen zu wollen und ‚beglückt’ uns mit Techno…
  • es geht quer durch die ganze Stadt, wir sehen viele Moscheen
  • am Busbahnhof angekommen das nächste Problem… wir können nicht einfach ein Busticket nach Linxia kaufen, sondern müssen alle eine Kopie unseres Reisepasses in zweifacher Version abgeben… warum auch immer!!
  • immerhin gibt es gegenüber vom Bahnhof einen Copyshop
  • um 14 Uhr fahren wir los, der Bus ist größer als der erste, aber trotzdem voll
  • mit uns reisen viele Muslime mit Kappe
  • wieder eine tolle Gegend unterwegs à Berge, Obst, Gemüse, Moscheen, Dörfer, Städte
  • irgendwann zwischen 16:30 und 17 Uhr erreichen wir Linxia und finden ein Hotel ganz in der Nähe des Busbahnhofs à es ist nicht super, aber für 2 Nächte okay
  • Spaziergang entlang des Gelben Flusses und durch die Stadt à viele Muslime à wir wie immer Attraktion à Stadt scheint nett, aber wir wollen sie am nächsten Tag erkunden
  • essen Abendbrot in einem Restaurant, in dem es sehr lecker ist, wo wir aber scheinbar Ausänderzuschlag bezahlen
  • beim Essen erfahren wir von einer Koreanerin, dass Xiahe, eigentlich unsere nächste Station, für Ausländer gesperrt sei à das ist die Region mit den meisten Tibetern außerhalb Tibets, glaube ich, und damit hat es wohl etwas zu tun à sind bedient und versuchen, zu hoffen und nebenbei andere Pläne zu schmieden
  • ein weiterer Punkt in meinem kleinen Notizbuch, das ich grad für euch abtippe, sagt: Männer mit großen runden Brillen. Wisst ihr Bescheid…

 

 

02. September 2008     LINXIA à LANZHOU

  • laaange geschlafen, nur 2x kurz „gestört“ wegen Rufen zum Gebet aus einer nahgelegenen Moschee
  • Frühstück in der Nähe à sehr leckerer teigige „Brötchen“ und Tomaten mit Rührei, aber ein bisschen zu suppig
  • dann zum Busbahnhof à es gibt tatsächlich keine Tickets nach Xiahe, auch nicht zu unserer 2. und 3. Wahl Langmusi oder Hezou dort in der Nähe
  • also Planänderung: heute noch zurück nach Lanzhou, weil wir dann am nächsten Tag mit dem Nachtzug Richtung Norden und Chinesische Mauer wollen
  • das Auschecken aus dem Hotel ist kein Problem, bekommen unser Geld zurück und können sogar unser Gepäck da lassen, um die Stadt noch anzugucken à leider nieselt es den Vormittag über
  • fahren mit Bus Nummer 6 in Richtung Pagode und Tempel und finden den Zugang zu beidem sogar nach einer Weile à Tempelanlage ist an eine Hügelhang gebaut, die meisten Gebäude scheinen eher verlassen, die Pagode wird grad restauriert, aber man hat von oben einen netten Blick auf die Stadt (wenn auch immer noch vernieselt) à man sieht mindestens 10 Moscheen!!
  • gucken uns noch eine andere Tempelanlage oben auf dem Berg an, dann geht es wieder zurück in die Stadt à durch Gassen geht es zu einem anderen Tempel, der an einem groooßen Platz liegt à Platz scheint wie für die Partei gemacht…
  • weiter durch die Stadt, das Wetter wird besser à wir gehen durch das Moslemviertel, falls man in einer Stadt mit mindestens 10 Moscheen von einem Viertel sprechen kann à sehen rumhängendes Fleisch, Hühner, die zum Schlachten bereit sind oder das schon durch haben, Moscheen (an einer ist eine große Ansammlung mit Jungs, die alle längere Mäntel und eine besondere Kopfbedeckung tragen… vielleicht ist es Jugendweihe, aber halt muslimisch… irgendwie so was?)
  • außerdem begegnet mir ein Opa auf einem Rad, der mit mir Englisch spricht à hat er an der Uni gelernt und kann es heute noch à ich war seeehr beeindruckt!
  • mittags gab es leckere Nudelsuppe in der Nähe des Hotels und dann war auch schon wieder Abfahrt (15:20 Uhr) à wir haben sogar einen netten Busbegleiter, der aber leider, wie fast alle, rumrotzt à das macht ihn dann gleich um einiges weniger sympatisch!
  • an einer „Station“ gibt eine Frau eine Tüte und ein Kleinkind ab, fährt aber selber nicht mit à komisch!! à der kleine Junge verbringt die ganze Fahrt auf dem Schoß des Busbegleiters, ohne eine Mucks von sich zu geben
  • in Lanzhou werden wir kurz vor dem Busbahnhof rausgeschmissen, so dass wir nie erfahren werden, ob die Mama am Busbahnhof gewartet hat oder ob vielleicht der Busbegleiter der Papa war oder so
  • mit dem Taxi fahren wir über komische Schleichwege zurück zum Bahnhof à natürlich gibt es keine Nachtzug am Mittwoch nach Zhongwei, so dass wir Tickets für Donnerstag früh kaufen müssen à langsam aber sicher bekommen wir das Gefühl, dass uns einer die Reise nicht gönnt…
  • die Hotelsuche gestaltet sich natürlich auch nicht so einfach … manche sind entweder unfreundlich oder an Kunden total uninteressiert
  • am Ende finden wir ein „Hotel“ in einem mehrstöckigen Haus, in dem auf jeder Etage ein anderes „Hotel“ zu sein scheint à ist aber okay à Zimmer mit 2 Betten, im größeren schlafen die Mädels, Dusche etc. auf dem Flur, aber alles sauber und nur 50 Yuan pro Nacht
  • Spaziergang in der Nähe à kaufen Obst für den nächsten Tag und Brot und Joghurt zum Abendbrot
  • im Hotel gibt es eine warme (!!!) Dusche und alles ist okay.

 

Mehr demnächst! Und ich verspreche, dass es diesmal nicht sooo lange dauert. Aber ich will jetzt noch eine DVD gucken.

Liebe Grüße!

 

Eure Jule

Veröffentlicht in: on Oktober 5, 2008 at 7:02 Kommentar schreiben