Sonntag, 14.09., 21:00Uhr Xi’an-Zeit
ni hao, ihr Lieben!
Ich bin grad echt ein bisschen sauer. Es ist Sonntagabend, morgen ist in der Schule eigentlich frei und niemand weiß, wann er wen auf welchem Level unterrichtet ab Dienstag… Ist das zu glauben? Eigentlich nicht, würde ich sagen. Muss gleich mal laut ins Kissen schreien oder so, glaube ich.
Ich meine, einen Teil meines Unterrichts kennen ich schon, weil ich im Gegensatz zu den meisten schon letzte Woche unterrichtet habe und die Gruppe noch ein paar Stunden weitermacht. So sind 9 Unterrichtsstunden in der Woche abgedeckt, aber was mich für die restlichen Stunden erwartet, weiß nur der Wind oder so. AAAAArgh!
Dabei hatten wir heut so einen schönen Tag, an dem wir diese Sorge auch ziemlich gut weggeschoben haben. War mit „meinen“ beiden Mädels in den Bergen, mal wieder. Wollten eigentlich Pandas sehen, die in so einer Art Garten leben, aber wir haben nur welche in einer Art Zoo gesehen und das fanden die beiden gar nicht gut, so dass wir da dann ziemlich schnell durchgehuscht sind, ohne den anderen Tieren Beachtung zu schenken. Dann ging es auf den Berg… Ich sag’s euch, am Ende wird aus mir noch ne Bergsteigerin… Im Moment bin ich aber noch ungefähr 20 Extra-Lungen davon entfernt, so wie ich immer keuche. Und aufgeben würde ich auch am liebsten immer relativ schnell, aber die Blöße geb ich mir dann doch nie. Der Ausflug war schön und nicht so anstrengend wie der erste Berg hier. Tempel gab es zu bestaunen und schöne Natur und wir haben uns wie gesagt ganz gut amüsiert. Nun schmerzt das linke Knie wieder und ich bin k.o.
Aber ich bin euch ja noch einen Urlaubs-Blog schuldig (heute nur Teil 1) und der soll nun hier auch folgen. Ich schreibe mal mein Reisetagebuch ab, zu mehr bin ich zu k.o. Aber ausführlich genug dürfte es trotzdem sein…
30. August 2008 XI’AN à TIANSHUI
- aufstehen um 3:20 Uhr, treffen um 4 (Maria und Sylvia waren meine Reisebegleiter) à mit dem Taxi zum Bahnhof
- Bahnhof nicht so chaotisch wie erwartet à Gepäck durch Security und die richtige Wartehalle ist auch schnell gefunden. Leider hat der Zug fast 1 Stunde Verspätung.
- Schlafen im Zug, weil wir im Liegewagen Plätze gebucht haben… 3 übereinander
- zwischendurch kommt Frau durch, um Zahnbürsten und Einlegesohlen zu verkaufen à redet ewig, wir verstehen und kaufen nichts
- in Tianshui Gewimmel am Bahnhof à suchen Hotel aus dem Lonely Planet, finden es nicht, werden aber an zwei anderen Hotels weggeschickt à mei you = nicht haben à sollte unser Lieblingswort werden auf der Reise
- 3. Hotel ist eher oll drinnen, aber billig und soll ja auch nur für eine Nacht sein
- mit dem Bus zum Maiji Shan, einem Berg mit eingehauenen Buddha- und Buddhavista-Skulpturen und so (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Maijishan-Grotten) à sehr schön, toller Ausblick, weil man auf Treppen quasi an der Bergwand langklattern kann, um sich alles anzusehen, freies Atmen
- mit Bus zurück nach Tianshui, dort gleich zum Bahnhof, weil wir Ticket nach Luomen oder Lanzhou kaufen wollen à mal wieder mei you
- verhandeln mit Taxifahrern, um in den anderen, weit entfernten Teil von Tianshui zu kommen, wo der Busbahnhof ist à wie immer viele Schaulustige, aber am Ende isses immer noch zu teuer, also fahren wir mit dem Bus entlang des Flusses Ji, der auch irgendwie die Stadtteile trennt
- kaufen Busticket nach Luomen für den nächsten Morgen, 6:30 Uhr
- gucken rum, suchen den Tempel Fuxi, aber der ist zu
- Abendbrot (Reis, Auberginen, Kartoffeln, grünes Gemüse [cin zai]), dann gucken wir uns noch ein Moschee von außen an
- mit dem Bus zurück zum Hotel, welches eigentlich echt ziemlich oll ist
- schlafen alle nicht gut, weil es Moskitos gibt… jeder denkt, er ist der einzige, der mit ihnen kämpft, aber das stellen wir erst am nächsten Morgen fest
31. August 2008 TIANSHUI à LUOMEN
· stellen nach dem Weckklopfen um 5 fest, dass keiner gut geschlafen hat
· mit dem Taxi zum Busbahnhof à kurze Verwirrung, welcher denn nun der richtige Bus ist, aber dann alles okay
· müde, aber weil ständig gehupt wurde (entweder, weil wir um eine Kurve fuhren oder weil jemand im Weg war), konnte ich nicht schlafen und hab stattdessen die einmalige Aussicht genossen à Berge mit angelegten Terrassenfeldern, bewachsen oder kahl, Berge meist orange oder ocker, manchmal auch rötlich, aber und zu Lehmhütten-Dörfer à weiter Ausblick à vielleicht noch nie so was schönes gesehen [steht in meinem Büchlein, also wird das wohl der Eindruck gewesen sein]
· Busfahrer schmeißt uns irgendwo in Luomen raus, aber waren doch kurz eingenickt und sind nun verwirrt
· fragen uns zum „Busbahnhof“ durch à am nächsten Morgen um 7 geht ein Bus nach Lanzhou, das passt uns gut
· finden das wahrscheinlich einzige Hotel [und das vielleicht beste unserer Reise] à Dusche! Im Zimmer!!! à sind glücklich und bezahlen 90 Yuan für ein Dreierzimmer
· kurz verschnaufen, dann los à essen Bao Zi in einem kleinen Restaurant und sind mal wieder Attraktion der ganzen Straße
· dann mit dreirädigem Mister Bean-Auto nach Shuilian Dong à dort war mal ein Fluss, der eine Art Canyon in die Berge gearbeitet hat à außerdem gab es wieder Buddhas im Berg und einen sehr schönen Tempel auf einem anderen Berg [es gäbe sicher auch noch mehr zu sehen, aber wir ließen unsere Fahrerin mit dem Mister Bean-Auto schon so über eine Stunde länger als abgemacht warten – sie war trotzdem nett und strahlte]
· ausruhen im Hotel bis kurz vor 6, dann Spaziergang durch die Stadt mit Nudelsuppe zum Abendbrot (sehr lecker) à wir wie fast überall große Attraktion
· Stadt vielleicht nicht die schönste, aber sie scheint sehr gemütlich
· gucken noch „My Show“, wo scheinbar zwei Bands gegeneinander antreten oder so, um 21:30 ist Nachtruhe
Und für mich nun auch fast. Noch eine Folge „Friends“ und dann geht’s los.
Liebe Grüße an euch! Und tut es gern meiner Oma, meiner Family und meiner Lieblings-Tante-Onkel-Cousine nach und schreibt mir. Da freu ich mich immer so!!!
Bis bald mit dem 2. Teil der Reiseberichterstattung…
Eure Jule