Europäisches Essen und chinesisches Chaos

Sonntag, 18.08., 11:40Uhr Xi’an-Zeit

 

ni hao, ihr Lieben!

 

Gleich gehe ich gleich wieder in die Schule, den Unterricht vorbereiten und bei einem Lehrer hospitieren. Das muss jeder einmal im Monat machen, wie es scheint und ich hab das für Juli noch nicht gemacht. Nun wird es also höchste Zeit. Danach will ich vielleicht mit Maria ein bisschen in die Stadt und heute abend werd ich mal versuchen, was zu kochen. Sylvia kommt vorbei und wir wollen zu dritt nun endlich den Urlaub planen. In der ersten Septemberwoche haben wir nämlich Urlaub und ich freu mich schon sehr drauf.

 

War gestern einkaufen, auch für’s Essen heute und das ist alles gar nicht so einfach. Der Supermarkt ist so groß, es gibt viel zu viele Leute, und weil es keinen Frischkäse gibt, hab ich versucht, ungesüßten Joghurt ohne Geschmack zu finden. War aber trotz Hilfe einer sehr netten jungen Verkäuferin einfach nicht möglich. Also hab ich nun wohl ungesüßte Milch, aber das werde ich erst nachher sehen… Ansonsten hab ich allerhand Gemüse gekauft und nun gibt es vielleicht Bratkartoffeln mit Gemüsepfanne oder so. Malsehen, was und wie das wird…

 

Hab auch noch Bettwäsche gekauft, endlich [also neue, ich hatte schon welche, nicht dass ihr denkt ich schlaf ohne oder so…] und allerhand anderen Kleinkram. Am Freitag gab es Geld und so hatte ich dann bei 200 Yuan auch nicht sooo ein schlechtes Gewissen.

Allerdings waren wir abends noch essen und da hab ich dann doch wieder ein bisschen gestaunt. Unser Bestimmer [ist in der Tat so, deshalb planen wir auch den Mädelsurlaub] hat uns zu so einem italienischen Restaurant gebracht, wo die Pizza zwar sehr lecker war und Jack Johnson uns beim Essen begleitete (nur als CD, natürlich, aber immerhin…), aber am Ende hat jeder 105 Yuan bezahlt… Dafür kann ich sonst mehr als 3x essen!!! Das war also ein einmaliges Erlebnis, haben die Mädels und ich beschlossen, denn so wirklich vermissen tu ich das europäische Essen nicht. Ich mein, klar klang Pizza mit Mozarella und kleinen Tomaten und Rucola lecker und war es auch, aber es ist nicht so, dass ich großartige Sehnsucht danach hab. Dafür schmeckt es hier zu gut. Nach dem Essen waren wir noch in der sogenannten Barstraße, wo wir draußen vor einer Bar gesessen haben und den Abschied von der italienischen Sylvia gefeiert haben [mein Bergsteig-Partner]. Getränke waren nicht grad lecker, aber die Atmosphäre war toll. Hat mich irgendwie sehr an Holland erinnert, fragt mich aber nicht, warum [da wohn ich, wenn ich alt bin, das hab ich jetzt endgültig beschlossen!]

Gestern war also Geld-ausgebe-Tag.

 

Ansonsten gibt es nicht so viel neues. In der Woche bin ich nach wie vor gut beschäftigt und die Zeit verfliegt wie im Flug. Dienstag und Freitag hatte ich nach dem Unterricht gleich noch Chinesisch, Donnerstag hatten wir Versammlung, die alle mit einem nicht so guten Gefühl verließen. Wir haben unter uns Lehrern und mit dem Director of Studies [=der Bestimmer] über die Schule gesprochen und unseren Unmut kundgetan. Das Kollegium ist zwar super, aber die Organisation der Schule ist alles andere als gut. Niemand weiß, wann ein Kurs endet, man bekommt immer mal wieder neue Schüler in die Klasse, gern auch ohne Ankündigung. Andere kommen einfach nicht wieder, auch gern ohne Ankündigung. Die Rezeption ist immer chaotisch, was ein schlechtes Bild abgibt. Mir wurde an einem Samstagabend beim Essen so nebenbei erzählt, dass ich ab der kommenden Woche mehr Unterricht habe usw. Ist halt alles echt nicht so toll. Nun wollen wir einen Brief an den Chef schreiben, mit Konsequenzen drohen und malsehen, was dann passiert… Die Arbeit macht schon Spaß, aber das Drumherum ist halt schwierig.

Muss morgen auch mit dem Chef reden, weil es ein Problem mit meiner Bezahlung gibt und ich hoffe, dass sich das problemlos beseitigen lässt, aber ich glaub es fast nicht. Ich werde berichten…

 

OH! Das beste Ereignis der vergangenen Woche: Mittwoch habe ich Post gekommen, von zuhause! Danke an euch!!!
Und der Rest kann das gern zum Anlass nehmen, auch mal zu schreiben. Ich würde mich sehr freuen!

 

Jetzt werde ich erstmal losgehen, melde mich aber bald wieder.

Liebe Grüße!!

Veröffentlicht in: on August 18, 2008 at 3:39 Kommentare (3)

NR 10

Blog 10

Sonntag, 10.08., 9:30Uhr Xi’an-Zeit

Guten Morgen, ihr Lieben!

Bevor ich gleich in die Schule starte, um meinen Unterricht für die kommende Woche vorzubereiten, wollte ich mich mal wieder bei euch melden und berichten, was es so neues gibt…

Wir haben endlich funktionierendes Internet und es ist sooo toll. Hat ja auch lange genug gedauert… war inzwischen 3x in der Computer-Mall und kann beim nächsten Mal wahrscheinlich jeden dort duzen oder so. Naja, wir haben nun einen Router mit LAN-Kabel, weil die Wireless-Geschichte aus welchen Gründen auch immer einfach nicht funktioniert hat. Den Wireless-Router haben wir auch noch, falls also jemand Interesse hat. ;) Jetzt bin ich also wieder bei MSN-Messenger und Skype zu finden, falls ihr auch mal Zeit habt dafür…

Ansonsten geht es mir auch gut. Bin ein bisschen erkältet, aber so langsam wohl wieder auf dem Weg der Besserung, dank Grippostad und Tigerbalsam. Freitag war mein Tiefpunkt… und dann Unterricht bis 15 Uhr. Das war nicht so schön, aber ich hab’s überlebt. Erkältung kommt wohl durch den Wechsel zwischen sehr heiß draußen und der kalten Luft aus Klimaanlagen oder Ventilatoren, die einem dann den Schweiß trocknet. Freitag war der wärmste Tag bis jetzt, glaub ich. 36°C, gefühlte 42°C… mindestens. Nun ist es ein bisschen angenehmer, mein Computer sagt was von 25°C im Moment.


Der Unterricht lief diese Woche ganz gut, auch mit den neuen Schülern. Zwei aus meiner alten Gruppe sind gleich am Dienstag hinterhergekommen, warum, versteh ich aber nicht… jetzt mach ich nämlich Niveau A2, vorher war Niveau A2+. Aber na gut. Mit den Kollegen bzw. Freunden ist auch alles okay. Ich hab es hier schon ganz gut getroffen, würde ich sagen. Meine Mitbewohnerin ist auch super. Gestern waren wir zusammen in der Stadt… im Moslem-Viertel. Ich hab ihr die Große Moschee gezeigt und wir haben die Ruhe dort ein bisschen genossen. Dann haben wir ein tolles Taschen-Schnäppchen gemacht [fotografiere die Tasche bald… sooo toll!] und ich hab Postkarten, Flip Flops und Tigerbalsam gekauft. Mittag gab es in einem Restaurant da in der Gegend und das war auch sehr lecker. Auf dem Rückweg sind wir noch ein bisschen spazieren gegangen. Direkt neben der Stadtmauer, nach außen hin, gibt es einen Parkstreifen und einen kleinen Fluss und da sind wir langgeschlendert. Im Park gab es verschiedene Sportgeräte, ähnlich wie auf einem Spielplatz, aber halt zum Sportmachen. So Fahrräder [wie auch immer die heißen, wenn die nicht fahren] und Bein-Schwing-Dinger und irgendwelche Massage-Sachen und Muskel-„Maschinen“. War lustig. Abends war ich dann mit Sylvia, Sara und Han Bing wieder im Moslemviertel… wir haben bao zi gegessen. Das sind so Teigbeutel mit Füllung. War sehr lecker. Dazu gab es Auberginen, das einzige Gemüse, dessen Namen ich schon kenne. So viele Auberginen wie hier hab ich in meinem ganzen Leben nicht gegessen, aber die sind auch immer so was von lecker! Danach haben wir eine Fahrradklingel gekauft [einige haben sich ein Fahrrad gekauft, für 360 Yuan oder so… so viel würde auch ein Haarglätter kosten, hab ich mal geguckt, weil meine Haare mich nerven…- Fahrrad kommt für mich nicht in Frage. Bin eindeutig zu ängstlich für den Verkehr hier und vorbelastet], ich hab mit zuhause telefoniert und dann mussten wir zurück, weil Sylvias Mitbewohnerin ihren Schlüssel vergessen hatte. Das war doof. Wären gern noch spazieren gegangen oder so. So hab ich mit Sylvia dann nur noch ein Bier hier bei uns in der Straße getrunken und wir haben uns ganz gut unterhalten… Mal unsere Meinung zu ein paar Kollegen ausgetauscht und so. Im September haben wir eine Woche frei und wollen wegfahren. Eigentlich wollten wir uns erst einer Gruppe anschließen, die in den Norden fährt, aber nun planen wir vielleicht doch etwas Eigenes. Malsehen. Sylvia mag ich jedenfalls echt sehr gern.

Ansonsten ist diese Woche nicht so viel Spannendes passiert… Wegen Unterricht bis um 3 und an zwei Tagen danach gleich noch Chinesisch war ich halt auch immer ganz gut beschäftigt. Nun werde ich mich auf den Weg in die Schule machen, heute Nachmittag ein bisschen Chinesisch lernen und mich auf die neue Woche vorbereiten. Dienstag bin ich dann schon 6 Wochen hier…

ACH JA, Olympia… von übermäßigem Enthusiasmus ist hier nicht sooo viel zu spüren. Freitagabend waren die Straßen in der Tat leer, hier und da stand ein Fernseher draußen und die Leute saßen drum herum. Als ich abends nach einem Essen mit Kollegen in meine Gasse einbog, hörte ich nicht das schöne Geräusch von Chinesen, die ihre Spielsteine mischen [hier stehen abends immer mindestens 15 Tische, an denen Chinesen chinesisches Schach oder so spielen… und wenn die die Steine mischen, macht das ein tolles Klimper-Geräusch…]. Es gab an dem Abend nur einen einzigen Tisch… Die Straße, in der wir oft essen, scheint auch leerer zu sein, aber mich lässt das ehrlich gesagt doch eher kalt. Ich mein, wenn ich was sehe, okay. Wenn nicht, dann auch okay… Jetzt wisst ihr Bescheid.

Und warum wir bei den Prügel-Chinesen nicht bezahlen wollten? Ich glaub, es ging um’s Prinzip. Teuer war es nicht unbedingt.

Meldet euch doch mal. :)

Bis bald, ihr Lieben.

PS: Einen schönen Urlaub für Mama und Papa und alle Hinterher-Reisenden. Und für meine Lieblings-Tante-Onkel-Cousine alles Gute zum Einzug! Wenn ich wieder da bin, komm ich euch mal besuchen, ja?

Veröffentlicht in: on August 10, 2008 at 5:35 Kommentare (2)

Nebel am nán wǔ tái shān

Blog 9

Samstag, 02.08., 16:40Uhr Xi’an-Zeit

Ich hab gehört, ihr wartet schon alle auf einen neuen Blog und der ist in der Tat ja auch schon sehr sehr lange überfällig. Eigentlich hätte ich ihn gleich noch am letzten Wochenende schreiben sollen, als Eindrücke und Gefühle noch frisch waren, aber irgendwie war einfach keine Zeit. Fotos kann ich auch nicht hochladen im Moment – ich werd noch verrückt mit dem Nicht-Funktionieren hier… Aber vielleicht kommt morgen wieder mal jemand und guckt sich das an, weil bei meiner neuen Mitbewohnerin, Maria, auch so viel nicht geht. Also, haben wir Geduld, ja?

Gestern war mein 1-monatiger China-Geburtstag, sozusagen, und den hab ich angemessen gefeiert. Aber der Reihe nach.

Das spannendste Ereignis der letzten Woche bzw. seit dem letzten Blog war wohl das Bergsteigen vergangenen Samstag. Um halb 7 haben wir uns an der Schule getroffen [unterwegs begegnete mir Tai Chi-machende Menschen, die so aufgereiht vor einem Wohnhaus standen, dass es mich an „City of Angels“ erinnerte, wo alle Engel am Strand stehen und den Sonnenaufgang sehen…]. Naja, also getroffen und mit 3 Taxen zu einem Busbahnhof und von dort aus mit dem Bus zum Berg oder halt in die Berge. Unserer hieß nán wǔ tái shān und ihr könnt das ja mal googlen. Der Bus brauchte ungefähr eine Stunde und fuhr über Straßen, die bei uns nicht mal „Weg“ heißen würden. Auf der Rückfahrt rumpelte der Bus so, dass ich ungelogen ungefähr 30 cm hochflog und meine Schulter an der Haltestange für die Leute, die keinen Sitzplatz haben, gestoßen hab. Ihr habt also ein Bild vor Augen, ja?

Am Eingang des Nationalparks (?) angekommen, wussten wir, dass wir eigentlich einen anderen Weg gehen sollten, um keinen Eintritt zu bezahlen. Wurde uns so empfohlen. Gesagt, getan… Weit kamen wir jedoch nicht, weil auf einmal eine und dann zwei Chinesinnen eine Straßenblockade starteten. Man muss wissen, dass wir zwei chinesische Jungs mithatten, von denen die ollen Ziegen [entschuldigt, aber es ist berechtigt] also wussten, dass sie sie verstehen würden. Und die hielten doch tatsächlich immer mindestens einen Chinesen in Schach, inklusive am Rucksack oder am Arm ziehen und so Geschichten. Wir kamen also quasi nicht voran. Wir sollten bezahlen, wussten aber eigentlich, dass es auch ohne ging. Außerdem wussten wir nicht, was das für Tussis waren, weil die natürlich keine Papiere hatten und so. Es artete dann ziemlich aus. Laute Unterredungen auf Chinesisch und Englisch, dazwischen total verblüffte Ausländer [also wir], die immer nur wiederholen konnten, dass das so ja nicht gehe und dass die kein Recht hätten uns festzuhalten und so. Ich mischte auch kurz mit, aber es war einfach nichts zu machen, um als gesamte Gruppe loszukommen. Wir hatten eine temperamentvolle Italienerin dabei, die mit mir zusammen versuchte, den Arm eines Chinesen aus den Klauen einer ollen Tussi zu befreien, und ich dachte, dass jeden Moment eine Prügelei starteten würde. Stattdessen holte die eine olle auf einmal aus und haute die Italienerin irgendwie mit ihrer Jacke auf dem Kopf. In der Jacke war was drin und das Ende vom Lied war, dass die Italienerin am Kopf blutete, wir umdrehten, um zu bezahlen und alle mehr als fassungslos waren. Blöder Auftakt für unsere Tour.

Die wurde dann aber doch noch ganz schön! Das Wetter war halbwegs erträglich und wir haben uns insgesamt 4 oder 5 Tempel angeguckt auf dem Weg zur Spitze. Aber ich kann euch sagen, dass das das Anstrengendste war, was ich jemals in meinem Leben gemacht habe. Es war nicht wie bei uns beim Bergsteigen, sondern es gab meistens Treppen oder Treppen-ähnliche Steine, die wir benutzen mussten. Und keiner wusste genau, wann wir das Ziel endlich erreichen würden und ob wir überhaupt jemals ankommen würden. Zwar gab es Pausen und so, aber ich war trotzdem meist zusammen mit der Italienerin (auch eine Sylvia) Bummelletzte und irgendwann wollte ich echt aufgeben. Aber wir haben es geschafft und sind bis zum Haupttempel auf der Spitze des Berges gekommen. Von dort oben sahen wir … nichts! Echt nicht. Nebelschwaden oder so was versperrten jeglichen Blick in Richtung Tal und wir waren uns alle einig, dass sich der Aufstieg bis ganz nach oben nicht gelohnt hat, außer das wir jetzt sagen können, wir waren oben. Die letzte Stunde Treppen hätten wir uns also gut und gerne auch sparen können. Aber im Nachhinein war es schon toll. Die Gruppe war super und wir werden uns wahrscheinlich alle immer mit einem Lachen an die Sache erinnern. Einmal stiegen wir nämlich ein paar Treppen hoch, die aber plötzlich endeten. Weil uns Chinesen von ein bisschen weiter oben aber zuriefen, dass es besser werde, sind wir nicht umgedreht… es endete damit, dass wir durch tiefstes Gestrüpp den Hang hochkletterten und uns über jeden Baum freuten, den wir zum Festhalten oder Hochziehen finden konnten. Der Abstieg war dann auch noch mal anstrengend, weil wir uns verlaufen haben [von Wegweisern im Wald halten Chinesen nicht viel, dafür aber von Müll im Wald] und weil mein linkes Knie höllisch wehtat. Aber wir mussten nicht ganz runter, sondern „nur“ zu einem Parkplatz, von wo aus uns Autos in Tal brachten.

Toller, aber extrem anstrengender Ausflug. Aber immerhin musste ich hinterher nicht mit Muskelkater kämpfen. Um halb 7 waren wir wieder an der Schule, um halb 8 verabredeten wir uns zum Essen. Also schnell duschen und 2 Minuten verschnaufen und schon ging es wieder los. Aber man ist ja nur einmal jung oder so. ;)

Essen war lecker, wir waren 18 Leute oder so, glaub ich. Vom Essen aus ging es zu Fuß Richtung KTV [=Karaoke]. Das erste KTV war voll und wir rätselten kurz rum, was wir nun machen sollen, aber Liu Kang organisierte woanders eine Reservierung und wir fuhren mit ein paar Taxen hin. Toll! Das KTV war wie ein Hotel, oder zumindest hatten die zwei Etagen des Hauses für’s KTV. Lange Gänge von denen recht uns links Zimmer abgingen, wie Hotelzimmer. Und jede Gruppe konnte dann einen Raum mieten, in dem man mit seinen Freunden singen und trinken konnte. Das hat echt viel Spaß gemacht, auch wenn ich mich mit dem Trinken Singen natürlich zurückgehalten habe… Wir hatten einen sehr großen Raum und es war echt gemütlich und eine lustige Erfahrung. Mit der Zeit verkleinerte sich die Gruppe, am Ende [also um 6 am Morgen] waren wir nur noch zu fünft. Zwei Chinesen, eine Chinesin, ein Amerikaner und ich. Die Zeit hatte ich den ganzen Abend nicht so im Blick, aber es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht und wird demnächst wiederholt. Bin mit dem Taxi nach Hause und war froh, als ich im Bett lag.

Die Woche lag nichts Besonderes an… Unterrichten [lief gut], Chinesisch lernen [lief so lala bis gut], Essen in der Straße mit Studenten und Kollegen und so. Donnerstag ist Maria bei mir eingezogen und das läuft auch alles gut bis jetzt.

Eigentlich sollte an diesem Wochenende eine Show der Schule stattfinden, aber das wurde nun abgesagt. Mama und Papa wissen genaueres bei Interesse. Ich trau mich gar nicht, darüber zu schreiben… wer weiß, wer mitliest…

Jedenfalls hab ich nun also unverhoffter weise das ganze Wochenende frei und das haben wir dann gestern Abend gleich mal ausgenutzt. Habe mich mit Sylvia und Julia, den beiden Kolleginnen von mir, zum Essen getroffen. Hier so in einer Gasse, sehr lecker. Von dort aus ging es mit dem Bus in die Stadt, wo wir uns am Bell Tower mit Liu Kang trafen. Wir spazierten zusammen durch die „Feinschmeckerstraße“, wie er es immer so nett ausdrückte… die Straße im Moslemviertel, wo ich schon mal mit Sylvia war. War ein netter Spaziergang, der eigentlich an einer Bar, stattdessen aber doch eher an einem Club endete. Wir Mädels meinten alle, wir seien dafür doch gar nicht richtig angezogen, aber Liu Kang sagte, das sei schon alles okay so und so ging es für mich zur ersten Club-Nacht hier in China. Im Club [der ohne Eintritt, dafür aber mit elektronischer Taschenkontrolle und behelmter Security war] warteten schon drei Freunde von Liu Kang, deren Namen ich leider schon wieder vergessen habe, auf uns. In so einer Art VIP-Bereich mit gemütlichen Couchen, einer Kellnerin, die alle drei Minuten kam und so. Man musste wohl eine bestimmte Anzahl von Geld vertrinken, damit man da sitzen durfte oder so. Die Jungs haben alles bezahlt, ich weiß nicht genau, wie das läuft. Haben auch ein bisschen getanzt und so und es war echt ziemlich toll da. Inklusive Vortänzern [oder GoGo-Tänzern] und jede Menge interessanter Leute. Auf dem Klo traf ich eine angeheiterte blonde Dame, die gaaaanz schlau feststellte… „Hey, you are not Chinese, are you?“ Nee. In der Tat! ;) Sie kam aus Kansas, USA, und hatte mal einen deutschen Austauschschüler oder so. Kann mich nicht mehr genau erinnern. Irgendwann war Julia weg und wir machten uns dann auch auf den Weg. Kulturelle Unterschiede hab ich hier schon mal festgestellt, was so das Miteinander von Mann und Frau angeht, und auch diesmal war es wieder kurz „schwierig“, als lange hin- und her-überlegt wurde, ob wir noch was machen oder nicht. Sylvia meinte, die Jungs trauen nicht, sich zu sagen, dass sie eigentlich nach Hause müssen und Liu Kang meinte auch, dass sein Vater zuhause wartet, aber letztendlich sind wir dann doch noch mit 5 Chinesen losgezogen, um etwas zu essen… Um 2 war ich zuhause und das war ein super Abend. Kultureller Unterschied auch: Die Jungs haben alles bezahlt, wir durften nicht mal die Suppen bezahlen, sondern sollen nun beim nächsten Mal bezahlen. Malsehen, was dann wird. Aber ich glaub, wir sind quasi schon fast verabredet für nächstes Wochenende.

Heute abend gehen wir mit ein paar Lehrern essen, die eine hat Geburtstag, außerdem ist Abschied von der einen Teacher Trainerin, die den Kurs gemacht hat, bei dem ich Chinesisch gelernt habe, und meine, Marias und Franciscos Ankunft sind auch noch Anlass, glaub ich. Ein Deutscher, der hier Chinesisch gelernt hat, fliegt morgen auch nach Hause, so dass wir dann nach dem Essen sicher auch noch etwas machen werden… Malsehen…

Mit dem Chinesisch läuft es so lala. Ich hab in der Woche einfach keine Zeit zu lernen, aber nun hab ich zusammen mit Maria, Alexandra und Sylvia Unterricht bei einer Lehrerin von unserer Schule hier, 2x die Woche 90 Minuten, so dass es dann vielleicht besser klappt mit lernen und so. Ich bin bereit, nur die Zeit ist halt knapp.

Ab Montag hab ich auch ne neue Klasse… Keiner weiß warum, aber die Lehrer wurden gewechselt. Ein paar von ihnen kenn ich schon von meiner ersten Woche Unterricht, aber doof isses trotzdem, weil es mit „meinen“ Schülern grad gut lief. Fotos demnächst…

Bis bald und noch ein schönes Wochenende.

PS: Ihr dürft gern Kommentare hinterlassen. Ich würde mich freuen.

Veröffentlicht in: on August 2, 2008 at 4:29 Kommentare (1)