Ein erstes Hallo aus Xian

Mittwoch, 2. Juli, 17:30Uhr Xian-Zeit
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> Ein erstes Hallo an die Blog-Leserschaft sendet Pony Hütchen aus China. Leider funktioniert das mit dem Bloggen nicht so, ich komm weder in meinem Zimmer noch in der Schule soweit, dass ich mich einloggen kann. Also schreib ich euch den Blog bis auf weiteres erstmal quasi offline, schick ihn per Mail nach Hause, wo sich dann jemand erbarmen darf, ihn online zu stellen (deshalb auch oben Datum, wann ich den Blog geschrieben habe). Ich hoffe, das klappt erstmal so. Fotos muss ich dann woanders hochladen, ich werd nachher mal gucken, wo ich das am besten mache.
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> Also, wie gehts mir? Soweit ganz gut, abgesehen von ein paar Sachen, die mit meinen Abenteuern in China aber nichts zu tun haben. Montag um halb 5 klingelte der Wecker, um dreiviertel 7 saß ich im Zug Richtung Frankfurt. Zu k.o. eigentlich, um großartig nervös zu sein. In Frankfurt klappte auch alles gut, ich hatte ausreichend Zeit und meine 38kg (!!!) Gepäck wurden auch ohne Murren und Übergepäcksforderungen angenommen. Da war ich dann erstmal froh. Hab noch Zeitungen gekauft und kurz telefoniert und dann hieß es auch schon fast boarden. Als ich da so durch den Gang zum Flugzeug ging, hab ich mich dann doch mal gefragt, ob ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank habe, so weit weg zu gehen und so, aber da war es ja eigentlich schon zu spät. Den Großteil der Zeit hab ich einfach nicht drüber nachgedacht.
> Der Flug nach Peking war okay. Ich hatte eine nette Nachbarin, Tingting, die in Düsseldorf oder irgendwo da studiert hat und die ich ja auch gerne mal in Peking besuchen könne. Filme gucken war leider nicht, irgendwie spielte die Technik nicht mit, und schlafen war auch relativ erfolglos, weil Karten spielende Chinesen hinter mir ziemlich laut waren. Dafür war das Essen lecker. Um 4 oder so gab es quasi Abendbrot und dann irgendwann noch mal warmes Frühstück.
> In Peking angekommen, hab ich gedacht, ich wäre in der Saune. So schwül-warm, voll eklig. Aber gut. Tingting sagt mir noch, wo ich lang müsste (domestic transfer) und dann war sie auch schon weg. Ich hab mich in eine lange Schlange gestellt, um meinen Pass kontrollieren zu lassen. Alles im neuen Terminal 3, das wohl erst im April eröffnet wurde und auch noch neu roch. Mit dem Visum ging alles klar. Dann weiter den Schildern hinterher und ich fand mich in einer Bahn wieder. Drei deutsche Herren meinten, ich solle mal da ruhig mitfahren, wenn es falsch sei, könne ich ja immer noch wieder zurück. Hätte ich aber nicht gekonnt, weil ich das gar nicht mehr geschafft hätte. Musste dann mein Gepäck abholen und wieder den Schildern hinterher. Gepäck neu aufgeben und gut war. Bin dann zum Gate und hab alles noch gut geschafft. Aber übermäßig Zeit war nicht. Und das, wo ich doch immer so nen Schiss hab bei so was. Nun ja.
> Im Flugzeug saß neben mir dann Xiaojun Zhao, der grade aus Bonn vom einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt kam und mir erklärte, dass Chinesen sehr nett sind. Vielleicht nicht im Gesicht, aber im Inneren. Wir werden sehen! Haben uns jedenfalls ganz gut unterhalten und ich solle mich doch mal melden, wenn ich Langeweile oder eine Frage hätte. Xian sei ja schließlich seine Heimat.
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> Wurde dann von einer Mitarbeiterin des ICH vom Flughafen abgeholt und mit dem Taxi ging es in die Stadt. Unterwegs schon ein paar Eindrücke gewonnen (Wärme, krasser Verkehr, viel Gehupe und diesiger Himmel (Smog?).
> In der Schule waren alle sehr nett, und nachdem wir meine Sachen in den 6. Stock geschleppt hatten, durfte ich mich kurz ausruhen. Um halb 1 gab es Mittag in der Schule. Irgendjemand kocht da immer, gestern Reis, heute Nudeln und dazu Gemüse mit Fleisch und so. Beide Male sehr lecker. Die umgerechnet 1¤ pro Mahlzeit werden dann vom Gehalt abgezogen. Mir soll es Recht sein, ich seh mich hier nämlich noch nicht kochen. Nur das mit den Stäbchen war ein bisschen problematisch, aber das werde ich schon noch lernen. Meine Mama schlug im Nachhinein schon vor, ich hätte doch Besteck mitnehmen sollen. Das gibt es hier glaub ich auch, aber es wäre ja wahrscheinlich nicht sehr höflich, wenn ich das auf einmal auspacke. Also üben, üben, üben.
> Nach dem Essen bekam ich gestern noch eine kurze Führung durch die Schule und dann war ich noch kurz in einem kleinen Supermarkt hier gleich in der Nähe, was zu trinken kaufen. 2x 0,5Liter Wasser und eine Cola (1,25Liter oder so) für umgerechnet nicht mal 1,50. Nicht verkehrt. Danach hab ich mich hingelegt. Leider isses hier wie gesagt ziemlich warm und auch nicht gerade leise, aber es ging trotzdem. Irgendwann am späten Nachmittag hab ich mich dann aufgemacht zu einem Spaziergang. was ich da so alles gesehen habe. Ich hab heut gleichmal ein extra Notizheft gekauft, damit ich das immer gleich aufschreiben kann. Melonen wurden aus kleinen Mini-Lastern verkauft, Lädchen oder Garküche drängte sich an das nächste Lädchen oder die nächste Garküche, Menschen guckten interessiert, ich aber wohl auch. Fahrräder waren manchmal mit einer scheinbaren Tonnenlast beladen und bewegten sich trotzdem, Männer zogen irgendwelches Zeug ganz tief aus ihrem Hals hoch und rotzten dann auf die Straße (klingt eklig, is auch nicht schön) etc… Ins Zentrum kam ich nicht, weil ich in die falsche Richtung lief, wie einer meiner zwei Mitbewohner mir später erklärte (Schweizer, hat hier 3 Monate Chinesisch gelernt und geht nun nach Japan, um natürlich Japanisch zu lernen).
> Am Samstag ziehe ich nebenbei bemerkt wohl um, alleine oder mit jemandem zusammen, keine Ahnung. Umziehen ist aber vielleicht nicht verkehrt, vielleicht gibts da nen Ventilator. Es ist nämlich echt eklig hier eigentlich. In der Nacht kamen dann auch noch die Mücken. Ich bin fast verrückt geworden. Die haben mich echt nicht in Ruhe gelassen und um 5 hatte ich wahrscheinlich immer noch keine halbe Stunde gepennt. [Demzufolge hab ich heute meinen Wecker total überhört und bin erst um 10:40 aufgewacht, oh oh.]
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> Für heute hab ich mir eine moscito machine besorgt. Kommt in die Steckdose und verjagt die Mücken irgendwie. Ich hoffe, es wirkt.
> Ansonsten war nicht sooo viel los heute. Wetter erschlägt mich fast, aber ich gewöhne mich sicher dran. War kurz in der Schule, hab meine SIM-Karte (Nummer bei Mama oder per Anfrage an meine E-Mail-Adresse) bekommen und eine ein Jahr gültige Touristenkarte, die mir wohl Eintritte vergünstigt oder so. Bin dann ein bisschen rumgelaufen und hab schon gleich die Vorzüge eines Sonnenschirms erkannt, den ich aber noch nicht habe. Dafür hab ich mir für nicht ganz so billiges Geld Sonnencreme gekauft. Bin bis zur Stadtmauer gelaufen, diesmal also in die richtige Richtung, und war dann noch in so einer Marktstraße, wo es Obst und Gemüse, Backwaren, Fleisch (ungekühlt!!) und frischen Fisch gab. Einer hüpfte einer Dame sogar direkt aus seiner Wanne vor die Füße. Zum Glück war ich diese Dame nicht.
> Halb 1 gab es wieder Essen in der Schule. Lecker! Danach war ich kurz in der Wohnung und um 2 hab ich sozusagen zum ersten Mal gearbeitet. Eine Dame kam mit einer Rede vorbei, die schon auf Englisch übersetzt war und die ich durchgucken sollte. Ihr Sohn reist bald mit seiner Schule nach Österreich und die machen da was vor, Musik und Tanz, und dafür war diese Rede. Wir sind die zusammen durchgegangen und danach hab ich ihr die dann noch ins Deutsche übersetzt und gemailt. War schön, was zu tun zu haben.
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> Jetzt geh ich vielleicht gleich noch eine Runde spazieren, auch wenn mich die Hitze etwas abschreckt. Aber im Zimmer ist es wahrscheinlich nicht viel besser… Also malsehen.
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> Ihr wisst nun aber, dass es mir gut geht und ich zurecht komme. Bin gespannt, was alles passiert hier. Für morgen hab ich noch keinen Plan. Irgendwann muss noch das mit dem Visum erledigt werden, aber wir werden sehen.
> Bis bald, ihr Lieben!

Veröffentlicht in:  on Juli 3, 2008 at 7:48 Kommentar schreiben

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