ganbei

Mittwoch, 23.07., 20:40Uhr Xi’an-Zeit

Zeit, mal wieder ein bisschen zu rekapitulieren und wie der Titel schon verrät, wird es diesmal interessant. ;)

Am vergangenen Samstag war ich also das erste Mal hier in China Eislaufen. In einer Mall in der Innenstadt gibt es eine nicht sehr große, aber ausreichende Eislaufbahn, wo ich zusammen mit Julia und Sylvia und einem chinesischen Freund von Julia meine Runden gedreht habe. Hat Spaß gemacht. Auch, weil keinen wilden Raser unterwegs waren, vor denen ich Angst haben musste, wie in Riga. Waren 90 Minuten da und sind anschließend Essen gegangen. In so einem Restaurant, wo man sich alles angucken und dann bestellen kann. War ganz lecker, obwohl ich mir wahrscheinlich nicht die leckerste Sache ausgesucht habe. Danach haben sich dann unsere Wege getrennt, nachdem ich mir fast noch ein paar totschicke (lila und orange) Nike-Schuhe gekauft hätte. War mit Sylvia erfolglos auf der Suche nach dem internationalen Buchladen und danach sind wir durch die Stadt spaziert… vorbei am Bell Tower und Drum Tower, die ihr beide bei den Bildern bestaunen könnt. Sind dann auf einem Markt in der sogenannten Moslem-Straße gewesen, wo man von der Unterhose über Koffer bis zu DVDs so ziemlich alles kaufen kann. Und jeder wollte uns natürlich was verkaufen, aber sie waren dabei doch nicht so aufdringlich, wie man es vielleicht von anderen Märkten kennt. Vom Markt aus sind wir so Großen Moschee gegangen, die da gleich in der Nähe, aber ein bisschen versteckt ist. Das ist eine tolle Anlage. In die Moschee selbst sind wir nicht reingekommen, aber es gibt da einen schönen kleinen Park und tolle Gebäude. Eine ruhige, schöne Oase mitten in der Stadt.

Der Tag endete mit einem Caramel Frappuccino bei Starbucks, also ganz nach meinem Geschmack. ;)

Sonntag habe ich zum ersten Mal meine zukünftige Mitbewohnerin kennengelernt – Maria aus Spanien. Sie ist Sonntag angekommen und wir waren zusammen mit ein paar anderen essen und anschließend noch ein Bier hier in der Straße trinken. Sie scheint sehr nett zu sein und zieht wohl demnächst hier ein, Anfang August oder so, aber so ganz weiß man das hier nie.

Noch ein erstes Mal: Ich hab zum ersten Mal so ein komischen chinesisches HinHockKlo ausprobiert… „Westliche“ Klos gibt es hier nicht überall [hier zuhause schon und in der Schule auch, aber zum Beispiel bei den Terrakotta-Soldaten damals nicht] und bis jetzt konnte ich es immer noch ganz gut verhindern, die anderen Klos auszuprobieren. Aber da ich ein Jahr hier bin und sich das sicher nicht immer so gut einrichten lässt, hab ich mich mal getraut. Ging auch ohne größere Zwischenfälle über die Bühne, wenn ihr versteht was ich meine. [Too much information, eh? Sorry. hihi]

Und am Freitag gibt es noch ein erstes Mal: der Director of Studies hier an der Schule kommt zu mir in den Unterricht, um zu gucken, was ich so mache. Da muss ich ordentlich vorbereiten und alles gut machen und ich hoffe, das klappt. Mit den Schülern läuft es eigentlich auch gut. Manchmal zweifel ich schon an mir, aber meine Lieblings-Auntie meinte ja, dass das alles auch u.a. eine Sache der Übung sei. Ich hab die Schüler Freitag einen kleinen Fragebogen ausfüllen lassen, in denen es darum ging, was ihnen gut und nicht so gut gefällt und so und so was richtiges schlimmes ist dabei auch nicht herausgekommen. Jetzt kenne ich aber ihre Wünsche besser und versuche, dass alles ein bisschen einzubauen. Neulich haben sie aber einen Test so dermaßen verhauen, dass ich wieder sehr verzweifelt war, aber so ist das vielleicht einfach?

Einen lustigen Zwischenfall gab es: Wir haben „Ich sehe was, was du nicht siehst“ gespielt und sie sollten mit Genitivkonstruktionen antworten.

Schüler A: „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist gelb.“

Schüler B: „Die Haare der Lehrerin.“

Lehrerin J lag fast am Boden, innerlich, verteidigte dann aber doch lieber ihre Haare…

Hier kann man was erleben. :)

Gestern waren wir mit ein paar Leuten Essen, bei uns in der Straße. Das war sehr nett und lustig. 2 Chinesen, 3 Deutsche, 1 Schweizerin, 1 Italiener und 1 Spanier. Wir waren natürlich das Highlight der Straße… Da hab ich auch zum ersten Mal [und dann gleich noch ein paar Mal] „ganbei“ gemacht, was soviel heißt wie „Trockne den Becher“. Da das aber nur immer ein kleiner Becher war und nur Bier, war das in Ordnung und ich war nur ein bisschen fröhlicher, vielleicht.

Noch ein erstes Mal gestern: Mein Lieblingsverkäufer hier in der Straße, der schon nach dem 2. kurzen Zusammentreffen verkündet hat, „We are friends now?!“, sagte mir „Your eyes are so beautiful.“ Das hab ich zwar schon mal von einer Frau gehört, aber das ist ja nicht das gleiche. Nun musste ich allerdings grad in meinem Kulturschock-Buch lesen, dass Komplimente meist nicht ernst gemeint sind. Hm… Aber da er mir gestern abend, nach meinen Bieren, eröffnete, er sei „so happy to talk with you“, nehm ich das Buch in diesem Fall mal nicht für bare Münze. Macht so ja auch viel mehr Spaß.

Nun hab ich auch zum ersten Mal einen Bruder. :) Ich glaub, das ist hier so, dass man Freunde Bruder und Schwester nennt, denn Gao San stellte mich seiner Tochter neulich auch als seine Schwester vor (so viel Chinesisch kann ich nämlich schon, dass ich „Schwester“ verstehe). Der Bruder heißt nun also Wu Jei und ist besagter Verkäufer. Ist meist oberkörper-frei unterwegs und daher auch eine kleine Freude auf meinem Nachhauseweg. ;)

Jetzt wisst ihr Bescheid.

Unser Internet geht nun eigentlich auch wieder, oder zumindest ist es jetzt wireless, nach ungefähr 150 Anläufen, aber dafür komme ich weder auf meine Hotmail-Seite noch auf Google noch kann ich mich beim MSN-Messenger anmelden. Hat was mit Proxy zu tun… Kann jemand helfen? Bis auf weiteres also die Mails bitte an die GMX-Adresse, ja? Danke!

Muss jetzt noch ein bisschen Chinesisch lernen, denn ich hab mir das erste Buch gekauft, also Lehrbuch, und ab Freitag hab ich dann auch wieder Chinesisch…

Bis bald, ihr Lieben!

Veröffentlicht in: on Juli 23, 2008 at 6:16 Kommentare (1)

Fragerunde Nr. 1

Samstag, 19.07., 23:00Uhr Xi’an-Zeit

 

 

So, Zeit für die erste Runde der Fragen-Beantwortung. Meine Mama war am Schnellsten, wenn auch per E-Mail und nicht im Blog und deshalb hier ihre Fragen und meine Antworten:

 

was sind das für studenten oder schüler?

In meiner Gruppe jetzt, A2 Plus, gibt es im Moment 9 Studenten oder Schüler, wie man mag. Die Zahl kann sich aber täglich ändern, gern auch ohne Ansage vorher. Die sind alle zwischen 16 und 22 und studieren (die 16-Jährige auch schon, sie ist vielleicht besonders schlau?) so Sachen wie Drucktechnik, Verpackungstechnik, Automechanik, Maschinenbau und Touristik. Die meisten von ihnen lernen Deutsch, weil sie in Deutschland studieren wollen.

 

wie sieht es im klassenraum aus, wie sehen die studenten aus?

Der Klassenraum hat Stühle, an denen der Tisch schon mit dran ist, so zum Hochklappen, wie in Amerika oder so. Dazu gibt es eine Tafel, aber so’ne neumodische für Whiteboard-Marker und einen Tisch für mich. Eine Wand ist mit einer Art Vorhang behangen, so dass der Raum Farbe bekommt, nehme ich an. In den Räumen hängen auch einige Dinge an den Wänden. Merksätze oder Karten oder Bilder und so. Apropos, könnt ihr Deutschland-Karten schicken? 2 müssten in Mamas Zimmer in meinen Sachen im großen Schrank neben der Tür liegen und wenn ihr noch mehr bekommt, wäre das toll. Bei der Bundeszentrale sind die zumindest online aber grad vergriffen. Je früher, desto besser… und zwei sind besser als keine. In manchen Räumen gibt es eine, aber bei mir halt nicht.

Die Studenten sehen nett aus. Chinesisch… ;)

 

isst du was zum frühstück und zum abendbrot? was?

Ja. Zum Frühstück im Moment Obst mit Joghurt meistens und dann manchmal noch irgendso ein Gebäck-Teil von nem Stand auf’m Weg zur Arbeit. Aber heute hab ich auch echt deutsche Cornflakes gekauft, nachdem das Oatmeal von neulich sich als eklig herausstellte. Abends ess ich manchmal im Restaurant mit ein paar Leuten (4 oder 5 Mal bis jetzt) oder hier auf der Straße oder ich kauf irgendein Brotfladen-Dings und ess schnell zuhause.

 

hilfst du etwa beim kochen?

Nein, nur beim Abräumen. Aber ich mach vielleicht mit Gao San nen Deal… er bringt mir Chinesisch kochen bei und ich ihm Deutsch oder so.

 

was gibt es denn so in der schule zum essen?

Nur leckere Sachen eigentlich. Viel gewoktes Gemüse, dazu Fleisch so klein geschnippelt und mit drin, Reis oder Nudeln. Zum Beispiel gibt es Tomaten, kurz blanchiert oder so, würde ich sagen, und mit Zucker bestreut. Eine Köstlichkeit! Oder so das Grünzeug oben vom Knoblauch, das es bei uns gar nicht gibt. China produzierte 2005 etwas über 11093500 Tonnen von insgesamt produzierten 13917615 Tonnen, hab ich grad bei Wikipedia gelesen. Hab mir noch nie Gedanken drüber gemacht, aber dass Knoblauch aus China kommt, hätte ich nicht gedacht. Aber ich schweife ab.

Jedenfalls isses sehr lecker immer in der Schule.

 

wie sind die temperaturen und die viecher?

Die Temperaturen waren meist angenehm in dieser Woche. Um die 20°, würde ich sagen. Heute war es aber wieder ziemlich heiß. Neulich war es so komisch bewölkt und zusammen mit dem Smog [denk ich mal], sah es aus, als wäre es nachmittags im Winter. So komisch grau. Schwül ist es oft. Die Viecher lassen mich in der Wohnung in Ruhe, da haben wir Schutz vor den Fenstern und ich brauch die Moskitomaschine nicht. Ansonsten hab ich so ein Spray-Zeug, das eine zeitlang hilft.

 

hast du einen ventilator?

Nein, aber eine Klimaanlage im Wohnzimmer. Die ist aber nicht sooo oft an, ich bin ja sparsam. Mein Mitbewohner lässt nachts zur Lüftung einfach immer seine Tür auf. Nicht so toll. Ich bin immer vor ihm wach und unterwegs und muss 1. leise sein um ihn nicht zu wecken und 2. möglichst sonst wohin gucken, nur nicht in sein Zimmer…

 

wie machst du es mit dem wäschewaschen so nach zwei wochen?

Die Frage ist schon ein bisschen älter. Heute habe ich aber zum ersten Mal gewaschen, nachdem ich neulich die Zeichen abgemalt hab, um jemanden in der Schule zu fragen, was sie bedeuten. Waschen war ein Erlebnis. Nachdem ich mich wohl für das richtige Programm entschieden und das Wasser angemacht hatte, legte die Waschmaschine los, piepte aber nach ca. 15 oder 20 Minuten los und blinkte. Wusste nicht, was los war. Machte die Waschmaschine aus und auf und sah, dass eine ganze Menge Wasser drin stand. Stellte dann fest, dass ich vielleicht den Ablaufschlauch in Position bringen müsste, denn bis dahin war er an der Waschmaschine fest und nichts konnte ablaufen. Gesagt, getan. Waschmaschine neu gestartet (mit einem niedrigeren Wasserlevel, falls ich mich nicht irre). Auf einmal springt der Wasserschlauch vom Hahn ab und Bad und ich sind einmal nass. Wasser abgedreht, Maschine angemacht und los geht’s. Irgendwann ging es wieder nicht mehr weiter und ich stellte fest, dass ich das Wasser nicht wieder angedreht hatte. Naja. Nun schwimmt das Bad (der Ablaufschlauch lasst das Wasser einfach auf den Boden laufen), aber meine Wäsche ist sauber und riecht gut. Bammelt nun zum Teil draußen; vor meinem Fenster ist ein Gitter, da hängt jetzt oben dran so ein Plasteteil mit Klammern – wisst ihr was ich meine? – und da dran hängen Bügel… ein Teil hängt auch drinnen. Malsehen, wie es im Winter wird, wenn man die Sachen nicht draußen hinhängen kann.

 

Von meinem tollen Tag heute und der Woche und so dann morgen mehr. Jetzt geh ich gleich mal ins Bett.

Bis bald, ihr Lieben!

Veröffentlicht in: on Juli 19, 2008 at 6:23 Kommentar schreiben

Schon 2 Wochen hier…

Dienstag, 15.07., 21:20Uhr Xian-Zeit

Zwei Wochen bin ich nun schon in China. Heute morgen hab ich meiner Mama geschrieben, dass es mir hier echt gut geht und nun fühl ich mich grad doch wieder ein bisschen weniger enthusiastisch. Bin einfach k.o., glaub ich. Außerdem such ich grad meinen MP3-Player und hoffe, dass der in der Schule irgendwo ist und den Unterricht für morgen muss ich auch noch zuende vorbereiten. Wenn jemand annimmt, dass ich hier Urlaub mache, irrt er oder sie.
Ist nämlich doch ganz schön anstrengend. Aber es macht Spaß. Die neue Gruppe, die ich seit gestern habe, ist auch gut, die Chemie stimmt, würde ich sagen. Auch wenn heute, nach dem Unterricht, ein Mädchen ankam und meinte, dass die Klasse sich vielleicht ein bisschen langweilt. Und dabei haben wir doch heute schon ein Kartenspiel gemacht und uns gegenseitig interviewt. Nun fühl ich mich ein bisschen unter Druck, jeden Tag Spaß und Action anzuschleppen. Weiß nicht, wie mir das gelingen soll, aber vielleicht sollte ich mir auch einfach nicht so viele Gedanken machen.

Ansonsten ist aber alles okay. Internet hab ich nun endlich auch wieder, nachdem es am Sonntag einfach aussetzte. Außerdem hab ich einen Mitbewohner, ein Spanier aus Barcelona und völlig un-Spanisch Glatze und bleiche Haut. Da hab ich mir schon ein anderes Exemplar gewünscht. Neulich hab ich zum ersten Mal in das Heimweh-Geh-Vorbei-Buch geguckt [ich hatte kein Heimweh, war nur neugierig und konnte es vorher nicht lesen, weil ich sonst traurig geworden wäre] Jedenfalls wünscht Marie mir da ja einen neuen Herrn M. (oder auch mehrere), aber damit kann ich leider noch nicht dienen. Aber! Das wird sich jetzt von chinesischer Seite aus höchstpersönlich drum gekümmert.
Gestern stellten der Hausmeister und Gao San nämlich fest, dass ich eine gute Ehefrau wäre, als ich die leeren Schüsseln abgeräumt hab oder so. Sie sprachen in der Küche drüber, ich verstand wie immer nichts und eine Frau nahm mich am Arm, schleppte mich zu einem Übersetzer, der das dann also übersetzte. Nun wisst ihr Bescheid!! Ich mein, falls jemand diesbezüglich überlegt haben sollte. Die Chinesen müssen es wissen!
Heute war ich wieder hilfsbereiter als erwartet oder so [viele gehen in der Tat, ohne was wegzuräumen. Und bis alle fertig sind mit Essen wird hier eh nicht gewartet]. Jedenfalls wurde mir dann heute übersetzt, dass Gao San mir nun einen Mann suchen will. Ich bin gespannt und werde berichten.
Neue, interessante Bekanntschaften habt ihr mir auch gewünscht, und damit kann ich dienen. Da wäre zum Beispiel der junge Mann in einem Lädchen auf dem Weg zur Schule. Einmal hab ich bei ihm Klopapier gekauft, da fragt er schon, wo ich herkomme, denn er sprach Englisch. Irgendwann ein paar Tage später kam ich mit S. vorbei. Sie hat Joghurt gekauft und er hat uns dann gleich gefragt: We are friends now? Jawolli, so einfach geht das. Er winkt nun auch immer freundlich und ruft „Hello“, wenn ich ihn sehe.
Er ist da eine Ausnahme. Die meisten Menschen gucken nur. Oder starren. Manch einem möchte ich den Mund wieder zuklappen und anderen würde ich am liebsten zurufen, dass sie lieber nach vorne gucken sollen, damit sie mit ihrem Fahrrad niemanden über den Haufen fahren. Und ich übertreibe nicht! Manchmal ist es echt verrückt! [Liegt nicht daran, dass ich so ein gutaussehendes Geschöpf bin (haha!), sondern einfach nur daran, dass ich ganz anders aussehe als alle hier.]

Was gab es sonst noch? Nicht viel!
Sonntag war ich ein bisschen spazieren und besitze nun Adidas-Flip Flops für 12 Yuan. Rechnet selber um. ;)

Oh, noch ein Highlight in China sind die bedruckten T-Shirts. Ich halte nun immer meine Augen für euch offen, damit ich schöne Sachen entdecke. Fotografieren ist ein bisschen schwer, also müsst ihr mir einfach glauben oder vorbeikommen. Hier mal zwei tolle Kandidaten:

Dolce & Gross[so schon lustig genug, aber nun guckt mal im Englisch-Deutsch-Wörterbuch, was gross heißt, falls ihr es nicht wisst]

Nobody eems to understand the nature of the project [das S fehlt echt, vom Layout her passt da keins mehr hin, das mit der Zeit abgegangen sein könnte]

Nicht schlecht, was?
Nun noch eine Aufgabe für euch, falls ihr Lust habt:

Fragerunde:
Stell mir eine Frage, die dich brennend interessiert und die vielleicht auch was mit meinem Aufenthalt in China zu tun hat. Schreib die Frage als Kommentar zu diesem Eintrag und ich werde so bald und so gut wie möglich antworten.

Jetzt ruft die Vorbereitung.
Bis bald, Ihr Lieben!

Veröffentlicht in: on Juli 15, 2008 at 8:19 Kommentare (2)

Frust-Ecke

Donnerstag, 10. Juli, 23:00 Uhr Xi’an-Zeit

Puh, ich bin ein bisschen gefrustet. So gern ich auch möchte, mit dem Chinesisch ist es gar nicht so einfach! Ich hab das Gefühl, dass ich eigentlich nichts kann und alle anderen (meist 2 oder 3 Jungs) können alles. Alle haben auch schon ein bisschen oder auch ein bisschen mehr Chinesisch vorher gehabt, aber trotzdem sollte ich eigentlich in der Lage sein, mir einfache Fragen, die wir grad vorher gemeinsam ausgesprochen haben, zu merken. Aber nö! Ziemlich blöd. Ich muss mir mal ne richtige Liste machen mit Wörtern und Fragen und dann klappt es vielleicht. Aber im Moment weiß ich eigentlich nicht wann. Na gut, könnte ne Stunde früher aufstehen, aber ansonsten hat der Tag nicht viele freie Stunden irgendwie. Muss einfach ein bisschen schneller und konzentrierter werden bei der Unterrichtsvorbereitung. Tschakka!

Aber im Prinzip hab ich bis 13:15 Unterricht, dann esse ich, dann gehe ich meist nach Hause oder chille in der Schule, so dass ich um 15 Uhr bereit wäre weiterzumachen. Bis halb 7. Zwischendurch muss aber noch ein bisschen eingekauft werden und Chinesisch will ich mir auch zumindest mal angucken, auch wenn das bis jetzt nichts gebracht hat. Ach na ja, ich jammer nicht mehr. Auf jeden Fall bedarf es einer besseren Organisation, denn ich hab zwar schon in Grobschrift, was ich morgen machen will, aber einmal ordentlich muss ich das noch aufschreiben und dann morgen früh noch einiges kopieren und drucken. Nochmal Tschakka.

Bei der Post war ich natürlich immer noch nicht. Wann auch? Heute nach dem Essen sollte es ein teacher meeting geben. Aber keiner wusste wann und am Ende fand es nicht wirklich statt. Die Schüler hätten sich nämlich beschwert und darüber wollte man reden. Es ging hin und her und am Ende kam raus, dass uns, also eigentlich S. und mir, niemand so recht sagen will, was das Problem ist. Waren dann beide beim Leiter, aber der druckste auch nur rum und meinte, die Schüler haben nicht genug Erfolg, so für deren Verständnis. Was auch immer das nun heißen soll… Immerhin machen wir das beide auch erst seit 3 Tagen, aber gut. Ich hab nichts gegen Kritik, aber dann soll die auch klar auf den Tisch. So wissen wir nun beide nicht, was los ist. Morgen sprechen wir mit J., die schon über ein Jahr hier ist und wohl alles gut macht. Sie will uns dann ein bisschen erklären, was sie mit dem Buch macht und wie viel sie noch drum rum macht und so und vielleicht wird es dann besser.

Für mich ist es halt im Moment noch ziemlich schwierig mit den kulturellen Unterschieden… niemand sagt, wenn ihm etwas nicht passt. Oder generell reden die Schüler eher wenig… „Habt ihr alles verstanden?“ – Schweigen! [Obwohl ich nun auch gehört hab, dass ich diese Frage nicht stellen soll.] „Möchtet ihr den Text noch einmal hören?“ – Schweigen! Puh, schwer, sag ich euch. Eine Schülerin kam heute nach einer Pause nicht zurück und zufällig musste ich zur Rezeption, wo mir dann gesagt wurde, dass sie alles zu schwer findet und lieber bei A1 anfängt… Statt sie aber erst mit mir redet… Nö!

Naja. Nun geb ich mir Mühe, denk aber, dass das mit der Schülerin eigentlich nicht sehr an mir liegen kann, weil wir ja einfach das Buch behandeln und so. Wer weiß… Malsehen, was das Gespräch morgen bringt. Auf jeden Fall bereitet mir das alles schon ein bisschen Sorgen.

Und dann geht es mit meinem Chinesisch nicht voran… ihr könnt euch also vorstellen, dass ich heute abend ganz schön geschlaucht bin.

Aber immerhin habe ich nun Internet. Sollte ja eigentlich erst in 10 Tagen so weit sein, aber nun ging es doch plötzlich heute los. Ich hab 1210 Yuan bezahlt [für 13 Monate und das Modem – später kann ich es hoffentlich noch nachträglich teilen mit der Person, die hier einzieht], haben sie von meinem Lohn abgezogen. Gao San hat sich drum gekümmert und auch meinen Waschmaschinenschlauch repariert und mir gezeigt, wo der Herd angeht. Nun soll ich für ihn kochen, das könne ich doch sicher gut, hat Qing mir übersetzt. Wir werden mal sehen…

So, gleich halb 12, ich muss nun noch den Unterricht für morgen fertig machen, damit ich mir da wenigstens nichts vorzuwerfen habe, und dann werden wir sehen, was morgen kommt … abgesehen von vorhergesagten 38°C. Verzeiht meinen Ausdruck, aber das ist Scheiß-heiß!!!!

Bis bald, Ihr Lieben!

Veröffentlicht in: on Juli 10, 2008 at 10:28 Kommentare (1)

Schweigende Chinesen und: Freimachen, bitte!

Mittwoch, 9. Juli, 15:00 Uhr Xi’an-Zeit

Hallo!
Endlich wieder Neuigkeiten von mir. Seid nicht böse, aber ich war ganz gut beschäftigt die letzten Tage. Als ich nämlich Sonntag in die Schule kam, erfuhr ich, dass ich nun doch ab Dienstag unterrichten solle, aber davon hatte ich ja noch ein PS. gebloggt, glaub ich. Dementsprechend war ich dann Sonntagnachmittag auch nicht mehr in der Stadt, sondern hab mich mit dem Unterricht beschäftigt und abends bei einer anderen Lehrerin, K., hospitiert. Brachte nicht viele neue Erkenntnisse, aber war trotzdem nett. Montag hab ich mich dann zu um 9 zur Schule begeben, ohne Frühstück, damit ich mit Qing zum health check up fahren konnte. Dafür haben wir ein Taxi genommen, das ging schnell und war wenigstens kühl. Wir waren dann nicht in einem richtigen Krankenhaus, so wie ich es eigentlich vermutet hatte, sondern in einem Institut oder so, wo auch alle Chinesen hin müssen, bevor sie ins Ausland reisen [ich weiß nicht, ob das auch gilt, wenn man nur ein paar Tage wegfliegt, keine Ahnung]. Hab also die Anmeldung ausgefüllt, bezahlt und bin dann mit Qing von einem zum nächsten Arzt gelaufen … Blutspenden, Wiegen und Messen, Ultraschall, EKG [wo Qing und alle drum herum dann meine Brüste begucken durften… toll!], Blutdruck messen und Lunge röntgen. Es ging eigentlich relativ schnell in Anbetracht der ganzen Stationen, aber es war schon etwas anderes, als in Deutschland im Krankenhaus zu sein [damit kenn ich mich nun ja aus]. Aber ich hab immerhin genau beobachtet, dass der Blutabzapfer eine neue Nadel benutzt hat … da war sich S., die ich vorher befragt hatte, nämlich nicht sicher, weil sie nicht hingeguckt hat. Aber beim Lunge röntgen z.B. musste ich mich obenrum ausziehen und dann einen weißen Kittel anziehen, den mindestens an diesem Tag schon 50 Frauen [und vielleicht auch Männer??] anhatten… Aber nun ja, anderes Land, andere Sitten oder so. Jedenfalls war alles okay, außer dass meine Lunge schief ist oder meine Wirbelsäure oder irgendwie so. Aber wohl nicht schlimm. Morgen kann Qing mein Dokument dort wieder abholen.
Gestern Nachmittag hatte ich gleich meinen nächsten amtlichen Termin. Ich bin mit so einem älteren Herrn, der wohl auch der Vater des Leiters hier ist, zur Polizei gefahren, um ein Residence Permit zu bekommen. Verstanden hab ich nicht viel. Zwei Polizisten beschäftigten sich mit mir, nur der schöne Polizist, den S. angekündigt hatte, hatte scheinbar Urlaub. Na, jedenfalls… der eine sprach kein Englisch, die andere ja, der alte Mann wusste auch immer was beizusteuern [auf Chinesisch] und nebenbei kamen dauernd Leute rein, es musste ein Kuli organisiert werden usw. Alles sehr interessant. Geschummelt wurde beim Ausfüllen auch ein bisschen, aber gut. Als ich zurückkam, musste ich meinen Pass abgeben, für ein paar Tage, damit die Assistentin irgendwas fürs government damit machen kann. Kopieren und verkaufen wahrscheinlich. ;) Wer weiß… Ist aber schon ein bisschen komisch, aber was soll ich machen?
Jedenfalls bin ich nun wohl offiziell hier oder so. Muss nur noch was mit dem Visa klären, da steht nämlich drauf, dass ich nur 1x einreisen darf, aber ich dachte, die Dame bei der Botschaft hätte mir was anderes erzählt.

Naja, ansonsten geht es mir jedenfalls gut. Hab wie gesagt viel zu tun. Ich hatte nämlich schon meinen ersten Unterricht. Heute war schon der zweite Tag mit 5x 45 Minuten (alles in einer Gruppe) und da ist ja dann doch ganz schön was vorzubereiten. Vor allem, weil ich die Schüler noch nicht so richtig einschätzen kann und daher noch nicht weiß, wie lange wir für die einzelnen Dinge brauchen. Aber bis jetzt hatte ich zum Glück immer mehr vorbereitet als zu wenig. Es macht auch viel Spaß. In meiner jetzigen Gruppe sind im Moment 5 Mädchen und 2 Jungen, aber einer von denen war heute schon mal nicht da [vielleicht, weil ich mich so doof angestellt hab, seinen Namen auszusprechen?!] und alle sind sehr nett, wenn auch nicht unbedingt sehr gesprächig manchmal. Wenn ich frage, ob sie alles verstanden haben oder ob sie fertig sind, bekomme ich eigentlich grundsätzlich keine Antwort. Das ist ein bisschen frustrierend, aber das bekommen wir noch hin, denke ich. Ansonsten macht es aber Spaß und ich stand noch nicht vor einem größeren Problem. Morgen schreiben wir einen Test und dann beginnen wir ein neues Buch. Das muss ich aber alles gleich erst noch vorbereiten und damit sollte ich mich eigentlich auch ranhalten, denn nachher habe ich noch Chinesisch-Unterricht, von halb 7 bis halb 9. Da war ich gestern zum ersten Mal… Hier läuft grad so ein Kurs, in dem Chinesen/Chinesinnen lernen, wie sie Chinesisch unterrichten und das am Tag gelernte wird dann offensichtlich abends angewendet und daran nehme ich Teil. Der Kurs geht bis August und dann muss ich mal sehen, ob ich in einen anderen Kurs hier an der Schule komme. Es ist alles nicht so einfach in China… Termine sind nichts endgültiges, glaube ich. So kommen in dieser Woche doch keine Studenten hier in mein Appartment, sondern vielleicht nächste Woche oder jetzt am Wochenende. Ähnlich läuft es auch mit den Kursen… Aber bis jetzt ist alles noch im Rahmen und ich will mich nicht beschweren.
Wir haben gestern die Tage und Monate gelernt (relativ einfach, wenn man’s erstmal kapiert hat, weil Montag „Tag 1“ heißt [xing qi yi … noch Zeichen drüber, aber ich bin jetzt so faul, die zu suchen] und Januar „1 Monat“ [yi yue]). Dazu muss ich aber erstmal die Zahlen ordentlich lernen, die hatten sie nämlich schon am Montag. Das muss ich also auch noch wiederholen, bzw. möchte ich ja auch, aber da bleibt für andere Sache grad nicht viel Zeit, bis ich mich eingependelt hab. Bei der Post war ich auch noch nicht. Sorry. Vielleicht morgen?!

Erstmal liebe Grüße an euch alle. Denkt mal an mich, so weit weg. Bis bald, ihr Lieben!

PS: Hab gestern mit einem Chinesen Ping Pong gespielt. Geilomati, wa?

Veröffentlicht in: on Juli 9, 2008 at 11:24 Kommentare (1)

Umzug

Sonntag, 6. Juli, 10:00Uhr Xi’an-Zeit

So, da bin ich nun wieder und melde mich aus dem Land der hupenden Autofahrer und der Bauarbeiter, die auch noch Mitternacht noch die Kräne bedienen. Echt verrückt hier. So beantwortet sich dann aber auch gleich Oma Jannes Frage, ob es hier denn auch Sonntag gäbe… nein! Schöne Grüße an dieser Stelle.

Was ist passiert seit dem letzten Blog? Ich bin umgezogen, am Freitag. Leider hatte ich an dem Tag so ab mittags aber auch ziemlich zu kämpfen mit dem chinesischen Essen oder so und war ziemlich unpässlich – schön mit kaltem Schweiß, dem Gefühl, gleich aus den Latschen zu kippen, Erbrechen und Durchfall [so genau wolltet ihr es bestimmt nicht wissen, hm?]. Da hat der Umzug nicht so sehr viel Spaß gemacht und mein erster Eindruck der neuen Wohnung war auch alles andere als gut. Gao San hat mich und mein Gepäck in die Wohnung gebracht (7.Stock! ohne Fahrstuhl!) und versucht, mir alles zu erklären, aber er spricht nur Chinesisch, ich eher nicht, so dass es ein bisschen schwer war. Bilder der Wohnung lad ich hoch, sobald ich Internet habe… Inzwischen hab ich es mir auch schon ein bisschen gemütlich gemacht, aber am Anfang war halt alles kahl, in der Küche war absolut nichts an Geschirr o.ä. und die Zimmer waren auch allesamt nicht der Hit. Hab mich dann aber, nachdem es mir ein bisschen besser ging, für das kleinere und gemütlichere Zimmer entschieden, das sogar einen Schreibtisch hat und bin nun ganz zufrieden. Fehlt nur noch das Internet…
Nächste Woche kommen ein oder zwei Studenten, die hier für zwei Wochen wohnen und danach kommt eine neue Spanisch- oder Italienisch-Lehrerin, M., die hier mit mir wohnt. Malsehen, wie das wird. Aber noch jemanden hier zu haben, ist vielleicht nicht verkehrt. Die Wohnung liegt also wie gesagt in einem 7-Geschosser mit 4 oder 5 Eingängen oder so. Ist so ein bisschen wie ein Viertel… von einer Straße aus geht der Hauptweg ab und links und rechts davon stehen die Häuser. Und überall davor bzw. am Weg sitzen Leute, meist ältere, aber je nach Tageszeit kann sich das auch ändern. Erzählen, gucken mich an oder sitzen einfach nur da. Ich sag manchmal auch freundlich „Ni hao“ aber meist kommt nichts zurück. Dafür rufen manche Kinder mir „Hello“ oder „Hallo“ entgegen. Aber ich denke mal, dass alle sich dran gewöhnt haben werden, wenn ich hier noch ein paar Mal ein- und ausgehe.

Gestern war ich an der Schule, hab ein bisschen in die Bücher geguckt und E-Mails geschrieben und mit zuhause telefoniert. Zweimal. Das war toll! Mittag gab es auch wieder in der Schule, S. war auch da. Danach sind wir zur Post [nun weiß ich, wo die ist und kann Briefe schreiben oder Karten… meine Addresse muss ich mal ausdrucken, damit ihr die dann immer auf die Briefe etc. kleben könnt, weil es besser ist, wenn die in chinesischen Schriftzeichen draufsteht. Wer Bedarf hat, bitte melden!] und dann zusammen mit J. mit dem Bus zu einem großen Supermarkt, Carrefour. War toll. Gemütliches und erfolgreiches Einkaufen. Ich hab einen Wasserkocher, 1x Besteck, 2 Papierkörbe, 2 Plasteteller, 2 Gläser, 1 Tasse, 1x Stäbchen, Mülltüten, Müsli, Joghurt [statt Milch, die ist hier wohl eklig süß] Brötchen und vielleicht noch irgendwas für 121,20 Yuan gekauft, also irgendwas unter 15¤. Ganz schön toll, oder?
Danach war ich noch mal in der Schule, dann zuhause und um 7 hab ich mich mit S., J. und A. getroffen und wir sind zu einem koreanischen Restaurant gefahren. J. kannte sich aus. Sie hat bestellt und die Leitung übernommen, sozusagen. Es war alles sehr lecker und wieder so was von billig. Ich gewöhn mich bestimmt bald dran, aber bis dahin müsst ihr euch das wohl noch das ein oder andere Mal anhören. Zusammen mit zwei Cola und zwei Bier kostete das Essen für vier Personen 130 Yuan, und aufgegessen hatte da keiner.
Also ich kann echt nur staunen…

Jetzt geh ich gleich mal in die Schule… Internetten und so und dann fahre ich vielleicht heute Nachmittag in die Stadt. Da war ich eigentlich ja noch gar nicht… Malsehen.
Morgen muss ich um 9 an der Schule sein und fahre dann mit Qing zum Arzt – health check up für mein Visum. Ultraschall, Lunge röntgen, wiegen, Blut abnehmen und lauter solche Sachen. Na, ich werd berichten.

Wünsche euch noch ein schönes Restwochenende! Bis bald, ihr Lieben!
PS: 11:30 Uhr Xi’an-Zeit: Ich checke meine Mails und erfahre, dass ich nun doch schon ab Dienstag unterrichte. Bis Samstag, 9-13:15 mit 2x 15 Minuten Pause. Ein Lehrer hat Probleme mit dem Visum und ich muss seinen Kurs uebernehmen… Wuenscht mir Glueck. Sechs A2-Studenten… Muss mich nun also gleich nach dem Essen an die Vorbereitung machen… Und vorher mal versuchen, herauszufinden, wie weit die schon sind…

Veröffentlicht in: on Juli 6, 2008 at 9:51 Kommentar schreiben

Rumpel, bumpel zu den Soldaten

Freitag, 4. Juli, 11:00Uhr Xian-Zeit

Nachdem ich gestern nun einen sehr interessanten Tag hatte, wird es Zeit, euch daran teilhaben zu lassen. Ich war nämlich gestern bei den Terrakotta-Soldaten [http://de.wikipedia.org/wiki/Mausoleum_Qin_Shihuangdis#Terrakottaarmee_und_Museum]. Schon an meinem dritten Tag in China… nicht schlecht, hm?

Ich bin irgendwann zwischen 10 und halb 11 zur Schule gegangen, um zu gucken, was so anliegt [nämlich nichts] und traf dort auch auf eine andere Lehrerin, Sylvia, die hier Englisch unterrichtet. Sie erzählte mir, dass sie mit Alexandra (Spanisch) einen Touristentag machen würde. Ich wünschte den beiden viel Spaß und guckte mich noch ein bisschen in der Schule um. Der director of studies fragte mich dann aber, ob ich wohl schon etwas vorhätte und als ich verneinte, meinte er, ich könne mich doch den anderen beiden anschließen und zu den Terrakotta-Soldaten fahren. Gesagt, getan. Die beiden warteten unterwegs auf mich und los ging das Abenteuer.

Zuerst gingen wir zum Bus. Die Haltestelle liegt in der Nähe der Sportuni. Da kann man wenigstens mal ab und zu einen hübschen Chinesen sehen, meinte S. später. Lustig eigentlich, aber damit hab ich mich noch nicht so beschäftigt. Der Bus kam, man musste beim Busfahrer vorne 1 Yuan (= 10cent oder so ungefähr) in einen Schlitz stecken und los ging es. Rumpel, bumpel durch den total verrückten chinesischen Verkehr bis zum Bahnhof. Auf dem Weg dahin kam ich dann auch zum ersten Mal in die Innenstadt. Toll. Viel los und viel zu sehen. Das hab ich mir dann fürs Wochenende vorgenommen, Busfahren kann ich jetzt ja ;)
Am Bahnhof mussten wir aussteigen und ein bisschen laufen, um zu einem anderen Bus zu kommen. Und der Bahnhof war eine Sache für sich. Ich mein, wir waren ja nur auf dem Bahnhofsvorplatz unterwegs, aber was da los war, ist eigentlich schwer zu beschreiben. Soooooo viele Leute, saßen, standen, liefen, ohne, mit oder mit tonnenweise Gepäck. Vor dem Ticketschalter (der in einem Auto war?!) ewig lange Schlangen. Und dabei war ja nur Donnerstag. Echt verrückt!!!
Wir fanden dann unseren Bus, voll klimatisiert, was aber nur in der ersten Minute nett war. Später befürchteten wir alle Erkältungen wegen der krassen Temperaturumstellung. Bus wurde relativ voll und los ging es. Wieder rumpel bumpel. Über was für Straßen wir da gefahren sind, die darf man gar nicht so nennen. Nicht befestigt teilweise und so. Spuren so viele wie man grad wollte, mittendrin Rad- und Mopedfahrer. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. scheint die Devise im chinesischen Straßenverkehr zu sein. 3 Spuren verengen sich auf eine, und zwar die ganz linke. Der Bus, ganz rechts, drängelt aber fröhlich drauf los nix mit Reißverschlussverfahren. Aber das wäre ja auch langweilig.
Die Fahrt war interessant… Gegenden gibt es hier… weiß gar nicht, wie ich die beschreiben soll. Manche Häuser sind nur noch Ruinen, trotzdem sind Menschen zugange und man fragt sich, ob die einfach neuen Zement zwischen die Steine machen und das Haus sozusagen wieder aufbauen oder ob die die Steine abklopfen und dann woanders nutzen. Es scheint, als würde überall gebaut und dementsprechend sieht es auch aus. Schutt und Baumüll, anderer Müll und zwischendrin die Melonenverkäufer, Menschen, die auf den Bus warten, oder Menschen, die einfach nur so dahocken.

Wir kamen dann in die Nähe der Terrakotta-Soldaten, nämlich zuerst ans Mausoleum. Aber da wollten wir nicht hin, sondern noch eine Station weiter. Busfahrer und Ticketverkäuferin haben uns aber nicht so richtig verstanden und wir sie auch nicht. Der Bus fuhr dann weiter, in eine Seitenstraße, wendete dort und blieb auf einmal stehen. Ticketverkäuferin verschwand, kam wieder, Busfahrer verschwand. Das ganze dauerte ungefähr 20 Minuten und wir wussten nicht so richtig, was los war. Mittagspause? Pullerpause? Schluss Aus Ende? Und nirgends Terrakotta-Soldaten.
Irgendwann ging es dann aber doch weiter und wir kamen letztendlich noch zur richtigen Haltestelle. Für 7 Yuan, also ungefähr 70 cent. Spottbillig. Das Wetter war ganz erträglich, wir freuten uns, dass die Sonne nicht allzu doll schien. Tickets gekauft und los ging es. Die Anlage dort ist echt sehr schön, viel grün und im Hintergrund Berge. Es duftete nach Garten und war toll. Wir waren ohne Leitung und ohne Reiseführer unterwegs, sodass wir erst in eine falsche Halle gelangten, wo eine Fundstücke ausgestellt waren, unter anderem die beiden Bronzewagen, von denen im Wikipedia-Artikel oben die Rede ist. Außerdem gab es noch eine aktuelle Ausstellung mit buddhistischer Malerei und mit Porzellan.
Dann gingen wir in eine Halle, in der die Ausgrabungen noch nicht abgeschlossen waren, aber man konnte schon erahnen, was uns erwarten würde. Aber zufrieden waren wir nicht, schließlich wollten wir endlich die Soldaten sehen. Im dritten Anlauf klappte es dann. Neben vielen anderen Menschen betraten wir die Halle, in denen die berühmten Terrakotta-Soldaten standen. Das war schon ein Anblick. Eine riesige Halle und Reihe um Reihe von Soldaten. Echt toll. Zwei, drei Bilder findet ihr hier: http://picasaweb.google.de/PonyHuetchenInChina Einfach aufs Bild klicken uns los gehts.
Wir schlenderten durch die Halle und guckten uns das alles an. Danach aßen wir was in einem Restaurant auf dem Gelände. Buffett für 50 Yuan, eigentlich ganz schön teuer für China und leider auch nicht besonders gut. Für das nächste Mal weiß ich also Bescheid. Eine Halle gab es noch, die wir uns angeguckt haben und dann ging es über einen Markt zurück zum Bus. Inzwischen war es wieder ganz schön heiß und eklig, so dass die Rufe der Verkäufer, sich doch mal hier die Postkarten oder da die Soldaten-Miniaturen anzugucken ein bisschen nervten. S. und ich kauften noch Postkarten eigentlich hätten sie wohl 35 Yuan gekostet, die Verkäuferin machte uns einen Sonderpreis (jaja!) von 25 Yuan, S. handelte und am Ende bezahlten wir 10 Yuan für 10 Postkarten, ein bisschen mehr als 1 Euro. Handeln klappt also.
Zurück zum Bahnhof durch interessante Gegenden und über Holperstraßen und um 6 waren wir dann wieder an der Schule nach einem tollen Ausflug!

Ich war schnell duschen, kalt, aber das wirkt leider nur ungefähr 2 Minuten nach, dann ist man schon wieder am Schwitzen. Naja.
Um 8 traf man sich wieder, zwei Jungs, die hier chinesisch gelernt haben (einer davon mein Schweizer Mitbewohner) luden ins Restaurant, weil sie heute bzw. Sonntag abfahren. Mit dem Taxi ging es zum Restaurant. Toll, die Stadt im Dunkeln Lichter, Reklamen und so. Das Essen war gut, aber auch nicht der Oberhammer. Aber auf jeden Fall sehr nett von den Jungs, dass sie mich auch eingeladen haben. Um 11 oder halb 12 oder so waren wir wieder zuhause.

Heute ist die Olympische Fackel hier oder war? Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher. Bin um 8:40 aufgewacht, weil es draußen laut war. Leute liefen die Straße entlang, entsprechend patriotisch oder olympisch gekleidet und Busse standen herum. 20 Minuten später fuhren die Busse, gefüllt mit Menschen aber ab und ich weiß nun nicht, ob da alles schon vorbei war oder ob die Menschen erst irgendwo hingekarrt wurden. Nun ja.

Hab Sachen gepackt. Ziehe nachher um. Bin gespannt, wie das neue Zuhause sein wird, mit wem ich es teilen werde, ob es Internet gibt etc.

Bis bald, ihr Lieben!

Veröffentlicht in: on Juli 4, 2008 at 5:46 Kommentar schreiben

Ein erstes Hallo aus Xian

Mittwoch, 2. Juli, 17:30Uhr Xian-Zeit
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> Ein erstes Hallo an die Blog-Leserschaft sendet Pony Hütchen aus China. Leider funktioniert das mit dem Bloggen nicht so, ich komm weder in meinem Zimmer noch in der Schule soweit, dass ich mich einloggen kann. Also schreib ich euch den Blog bis auf weiteres erstmal quasi offline, schick ihn per Mail nach Hause, wo sich dann jemand erbarmen darf, ihn online zu stellen (deshalb auch oben Datum, wann ich den Blog geschrieben habe). Ich hoffe, das klappt erstmal so. Fotos muss ich dann woanders hochladen, ich werd nachher mal gucken, wo ich das am besten mache.
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> Also, wie gehts mir? Soweit ganz gut, abgesehen von ein paar Sachen, die mit meinen Abenteuern in China aber nichts zu tun haben. Montag um halb 5 klingelte der Wecker, um dreiviertel 7 saß ich im Zug Richtung Frankfurt. Zu k.o. eigentlich, um großartig nervös zu sein. In Frankfurt klappte auch alles gut, ich hatte ausreichend Zeit und meine 38kg (!!!) Gepäck wurden auch ohne Murren und Übergepäcksforderungen angenommen. Da war ich dann erstmal froh. Hab noch Zeitungen gekauft und kurz telefoniert und dann hieß es auch schon fast boarden. Als ich da so durch den Gang zum Flugzeug ging, hab ich mich dann doch mal gefragt, ob ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank habe, so weit weg zu gehen und so, aber da war es ja eigentlich schon zu spät. Den Großteil der Zeit hab ich einfach nicht drüber nachgedacht.
> Der Flug nach Peking war okay. Ich hatte eine nette Nachbarin, Tingting, die in Düsseldorf oder irgendwo da studiert hat und die ich ja auch gerne mal in Peking besuchen könne. Filme gucken war leider nicht, irgendwie spielte die Technik nicht mit, und schlafen war auch relativ erfolglos, weil Karten spielende Chinesen hinter mir ziemlich laut waren. Dafür war das Essen lecker. Um 4 oder so gab es quasi Abendbrot und dann irgendwann noch mal warmes Frühstück.
> In Peking angekommen, hab ich gedacht, ich wäre in der Saune. So schwül-warm, voll eklig. Aber gut. Tingting sagt mir noch, wo ich lang müsste (domestic transfer) und dann war sie auch schon weg. Ich hab mich in eine lange Schlange gestellt, um meinen Pass kontrollieren zu lassen. Alles im neuen Terminal 3, das wohl erst im April eröffnet wurde und auch noch neu roch. Mit dem Visum ging alles klar. Dann weiter den Schildern hinterher und ich fand mich in einer Bahn wieder. Drei deutsche Herren meinten, ich solle mal da ruhig mitfahren, wenn es falsch sei, könne ich ja immer noch wieder zurück. Hätte ich aber nicht gekonnt, weil ich das gar nicht mehr geschafft hätte. Musste dann mein Gepäck abholen und wieder den Schildern hinterher. Gepäck neu aufgeben und gut war. Bin dann zum Gate und hab alles noch gut geschafft. Aber übermäßig Zeit war nicht. Und das, wo ich doch immer so nen Schiss hab bei so was. Nun ja.
> Im Flugzeug saß neben mir dann Xiaojun Zhao, der grade aus Bonn vom einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt kam und mir erklärte, dass Chinesen sehr nett sind. Vielleicht nicht im Gesicht, aber im Inneren. Wir werden sehen! Haben uns jedenfalls ganz gut unterhalten und ich solle mich doch mal melden, wenn ich Langeweile oder eine Frage hätte. Xian sei ja schließlich seine Heimat.
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> Wurde dann von einer Mitarbeiterin des ICH vom Flughafen abgeholt und mit dem Taxi ging es in die Stadt. Unterwegs schon ein paar Eindrücke gewonnen (Wärme, krasser Verkehr, viel Gehupe und diesiger Himmel (Smog?).
> In der Schule waren alle sehr nett, und nachdem wir meine Sachen in den 6. Stock geschleppt hatten, durfte ich mich kurz ausruhen. Um halb 1 gab es Mittag in der Schule. Irgendjemand kocht da immer, gestern Reis, heute Nudeln und dazu Gemüse mit Fleisch und so. Beide Male sehr lecker. Die umgerechnet 1¤ pro Mahlzeit werden dann vom Gehalt abgezogen. Mir soll es Recht sein, ich seh mich hier nämlich noch nicht kochen. Nur das mit den Stäbchen war ein bisschen problematisch, aber das werde ich schon noch lernen. Meine Mama schlug im Nachhinein schon vor, ich hätte doch Besteck mitnehmen sollen. Das gibt es hier glaub ich auch, aber es wäre ja wahrscheinlich nicht sehr höflich, wenn ich das auf einmal auspacke. Also üben, üben, üben.
> Nach dem Essen bekam ich gestern noch eine kurze Führung durch die Schule und dann war ich noch kurz in einem kleinen Supermarkt hier gleich in der Nähe, was zu trinken kaufen. 2x 0,5Liter Wasser und eine Cola (1,25Liter oder so) für umgerechnet nicht mal 1,50. Nicht verkehrt. Danach hab ich mich hingelegt. Leider isses hier wie gesagt ziemlich warm und auch nicht gerade leise, aber es ging trotzdem. Irgendwann am späten Nachmittag hab ich mich dann aufgemacht zu einem Spaziergang. was ich da so alles gesehen habe. Ich hab heut gleichmal ein extra Notizheft gekauft, damit ich das immer gleich aufschreiben kann. Melonen wurden aus kleinen Mini-Lastern verkauft, Lädchen oder Garküche drängte sich an das nächste Lädchen oder die nächste Garküche, Menschen guckten interessiert, ich aber wohl auch. Fahrräder waren manchmal mit einer scheinbaren Tonnenlast beladen und bewegten sich trotzdem, Männer zogen irgendwelches Zeug ganz tief aus ihrem Hals hoch und rotzten dann auf die Straße (klingt eklig, is auch nicht schön) etc… Ins Zentrum kam ich nicht, weil ich in die falsche Richtung lief, wie einer meiner zwei Mitbewohner mir später erklärte (Schweizer, hat hier 3 Monate Chinesisch gelernt und geht nun nach Japan, um natürlich Japanisch zu lernen).
> Am Samstag ziehe ich nebenbei bemerkt wohl um, alleine oder mit jemandem zusammen, keine Ahnung. Umziehen ist aber vielleicht nicht verkehrt, vielleicht gibts da nen Ventilator. Es ist nämlich echt eklig hier eigentlich. In der Nacht kamen dann auch noch die Mücken. Ich bin fast verrückt geworden. Die haben mich echt nicht in Ruhe gelassen und um 5 hatte ich wahrscheinlich immer noch keine halbe Stunde gepennt. [Demzufolge hab ich heute meinen Wecker total überhört und bin erst um 10:40 aufgewacht, oh oh.]
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> Für heute hab ich mir eine moscito machine besorgt. Kommt in die Steckdose und verjagt die Mücken irgendwie. Ich hoffe, es wirkt.
> Ansonsten war nicht sooo viel los heute. Wetter erschlägt mich fast, aber ich gewöhne mich sicher dran. War kurz in der Schule, hab meine SIM-Karte (Nummer bei Mama oder per Anfrage an meine E-Mail-Adresse) bekommen und eine ein Jahr gültige Touristenkarte, die mir wohl Eintritte vergünstigt oder so. Bin dann ein bisschen rumgelaufen und hab schon gleich die Vorzüge eines Sonnenschirms erkannt, den ich aber noch nicht habe. Dafür hab ich mir für nicht ganz so billiges Geld Sonnencreme gekauft. Bin bis zur Stadtmauer gelaufen, diesmal also in die richtige Richtung, und war dann noch in so einer Marktstraße, wo es Obst und Gemüse, Backwaren, Fleisch (ungekühlt!!) und frischen Fisch gab. Einer hüpfte einer Dame sogar direkt aus seiner Wanne vor die Füße. Zum Glück war ich diese Dame nicht.
> Halb 1 gab es wieder Essen in der Schule. Lecker! Danach war ich kurz in der Wohnung und um 2 hab ich sozusagen zum ersten Mal gearbeitet. Eine Dame kam mit einer Rede vorbei, die schon auf Englisch übersetzt war und die ich durchgucken sollte. Ihr Sohn reist bald mit seiner Schule nach Österreich und die machen da was vor, Musik und Tanz, und dafür war diese Rede. Wir sind die zusammen durchgegangen und danach hab ich ihr die dann noch ins Deutsche übersetzt und gemailt. War schön, was zu tun zu haben.
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> Jetzt geh ich vielleicht gleich noch eine Runde spazieren, auch wenn mich die Hitze etwas abschreckt. Aber im Zimmer ist es wahrscheinlich nicht viel besser… Also malsehen.
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> Ihr wisst nun aber, dass es mir gut geht und ich zurecht komme. Bin gespannt, was alles passiert hier. Für morgen hab ich noch keinen Plan. Irgendwann muss noch das mit dem Visum erledigt werden, aber wir werden sehen.
> Bis bald, ihr Lieben!

Veröffentlicht in: on Juli 3, 2008 at 7:48 Kommentar schreiben