Mittwoch, 23.07., 20:40Uhr Xi’an-Zeit
Zeit, mal wieder ein bisschen zu rekapitulieren und wie der Titel schon verrät, wird es diesmal interessant. ;)
Am vergangenen Samstag war ich also das erste Mal hier in China Eislaufen. In einer Mall in der Innenstadt gibt es eine nicht sehr große, aber ausreichende Eislaufbahn, wo ich zusammen mit Julia und Sylvia und einem chinesischen Freund von Julia meine Runden gedreht habe. Hat Spaß gemacht. Auch, weil keinen wilden Raser unterwegs waren, vor denen ich Angst haben musste, wie in Riga. Waren 90 Minuten da und sind anschließend Essen gegangen. In so einem Restaurant, wo man sich alles angucken und dann bestellen kann. War ganz lecker, obwohl ich mir wahrscheinlich nicht die leckerste Sache ausgesucht habe. Danach haben sich dann unsere Wege getrennt, nachdem ich mir fast noch ein paar totschicke (lila und orange) Nike-Schuhe gekauft hätte. War mit Sylvia erfolglos auf der Suche nach dem internationalen Buchladen und danach sind wir durch die Stadt spaziert… vorbei am Bell Tower und Drum Tower, die ihr beide bei den Bildern bestaunen könnt. Sind dann auf einem Markt in der sogenannten Moslem-Straße gewesen, wo man von der Unterhose über Koffer bis zu DVDs so ziemlich alles kaufen kann. Und jeder wollte uns natürlich was verkaufen, aber sie waren dabei doch nicht so aufdringlich, wie man es vielleicht von anderen Märkten kennt. Vom Markt aus sind wir so Großen Moschee gegangen, die da gleich in der Nähe, aber ein bisschen versteckt ist. Das ist eine tolle Anlage. In die Moschee selbst sind wir nicht reingekommen, aber es gibt da einen schönen kleinen Park und tolle Gebäude. Eine ruhige, schöne Oase mitten in der Stadt.
Der Tag endete mit einem Caramel Frappuccino bei Starbucks, also ganz nach meinem Geschmack. ;)
Sonntag habe ich zum ersten Mal meine zukünftige Mitbewohnerin kennengelernt – Maria aus Spanien. Sie ist Sonntag angekommen und wir waren zusammen mit ein paar anderen essen und anschließend noch ein Bier hier in der Straße trinken. Sie scheint sehr nett zu sein und zieht wohl demnächst hier ein, Anfang August oder so, aber so ganz weiß man das hier nie.
Noch ein erstes Mal: Ich hab zum ersten Mal so ein komischen chinesisches HinHockKlo ausprobiert… „Westliche“ Klos gibt es hier nicht überall [hier zuhause schon und in der Schule auch, aber zum Beispiel bei den Terrakotta-Soldaten damals nicht] und bis jetzt konnte ich es immer noch ganz gut verhindern, die anderen Klos auszuprobieren. Aber da ich ein Jahr hier bin und sich das sicher nicht immer so gut einrichten lässt, hab ich mich mal getraut. Ging auch ohne größere Zwischenfälle über die Bühne, wenn ihr versteht was ich meine. [Too much information, eh? Sorry. hihi]
Und am Freitag gibt es noch ein erstes Mal: der Director of Studies hier an der Schule kommt zu mir in den Unterricht, um zu gucken, was ich so mache. Da muss ich ordentlich vorbereiten und alles gut machen und ich hoffe, das klappt. Mit den Schülern läuft es eigentlich auch gut. Manchmal zweifel ich schon an mir, aber meine Lieblings-Auntie meinte ja, dass das alles auch u.a. eine Sache der Übung sei. Ich hab die Schüler Freitag einen kleinen Fragebogen ausfüllen lassen, in denen es darum ging, was ihnen gut und nicht so gut gefällt und so und so was richtiges schlimmes ist dabei auch nicht herausgekommen. Jetzt kenne ich aber ihre Wünsche besser und versuche, dass alles ein bisschen einzubauen. Neulich haben sie aber einen Test so dermaßen verhauen, dass ich wieder sehr verzweifelt war, aber so ist das vielleicht einfach?
Einen lustigen Zwischenfall gab es: Wir haben „Ich sehe was, was du nicht siehst“ gespielt und sie sollten mit Genitivkonstruktionen antworten.
Schüler A: „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist gelb.“
Schüler B: „Die Haare der Lehrerin.“
Lehrerin J lag fast am Boden, innerlich, verteidigte dann aber doch lieber ihre Haare…
Hier kann man was erleben. :)
Gestern waren wir mit ein paar Leuten Essen, bei uns in der Straße. Das war sehr nett und lustig. 2 Chinesen, 3 Deutsche, 1 Schweizerin, 1 Italiener und 1 Spanier. Wir waren natürlich das Highlight der Straße… Da hab ich auch zum ersten Mal [und dann gleich noch ein paar Mal] „ganbei“ gemacht, was soviel heißt wie „Trockne den Becher“. Da das aber nur immer ein kleiner Becher war und nur Bier, war das in Ordnung und ich war nur ein bisschen fröhlicher, vielleicht.
Noch ein erstes Mal gestern: Mein Lieblingsverkäufer hier in der Straße, der schon nach dem 2. kurzen Zusammentreffen verkündet hat, „We are friends now?!“, sagte mir „Your eyes are so beautiful.“ Das hab ich zwar schon mal von einer Frau gehört, aber das ist ja nicht das gleiche. Nun musste ich allerdings grad in meinem Kulturschock-Buch lesen, dass Komplimente meist nicht ernst gemeint sind. Hm… Aber da er mir gestern abend, nach meinen Bieren, eröffnete, er sei „so happy to talk with you“, nehm ich das Buch in diesem Fall mal nicht für bare Münze. Macht so ja auch viel mehr Spaß.
Nun hab ich auch zum ersten Mal einen Bruder. :) Ich glaub, das ist hier so, dass man Freunde Bruder und Schwester nennt, denn Gao San stellte mich seiner Tochter neulich auch als seine Schwester vor (so viel Chinesisch kann ich nämlich schon, dass ich „Schwester“ verstehe). Der Bruder heißt nun also Wu Jei und ist besagter Verkäufer. Ist meist oberkörper-frei unterwegs und daher auch eine kleine Freude auf meinem Nachhauseweg. ;)
Jetzt wisst ihr Bescheid.
Unser Internet geht nun eigentlich auch wieder, oder zumindest ist es jetzt wireless, nach ungefähr 150 Anläufen, aber dafür komme ich weder auf meine Hotmail-Seite noch auf Google noch kann ich mich beim MSN-Messenger anmelden. Hat was mit Proxy zu tun… Kann jemand helfen? Bis auf weiteres also die Mails bitte an die GMX-Adresse, ja? Danke!
Muss jetzt noch ein bisschen Chinesisch lernen, denn ich hab mir das erste Buch gekauft, also Lehrbuch, und ab Freitag hab ich dann auch wieder Chinesisch…
Bis bald, ihr Lieben!